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Der liebste Roland

Grimms Märchen · Jacob Grimm · translated by AI translation (unreviewed)

Es war einmal eine Frau, die war eine rechte Hexe und hatte zwei Töchter, die eine hässlich und böse, und diese liebte sie, weil sie ihre eigene Tochter war, und die andere schön und gut, und diese hasste sie, weil sie ihre Stieftochter war. Die Stieftochter besaß einmal eine hübsche Schürze, die der anderen so gut gefiel, dass sie neidisch wurde und ihrer Mutter sagte, sie müsse und wolle diese Schürze haben. „Sei still, mein Kind“, sprach die Alte, „du sollst sie haben. Deine Stiefschwester hat schon lange den Tod verdient; heute Nacht, wenn sie schläft, komme ich und schlage ihr den Kopf ab. Achte nur darauf, dass du an der hinteren Seite des Bettes liegst, und schiebe sie recht nach vorn.“ Es wäre um das arme Mädchen geschehen gewesen, wenn es nicht gerade in einer Ecke gestanden und alles gehört hätte. Den ganzen Tag wagte es sich nicht vor die Tür, und als die Schlafenszeit gekommen war, legte sich die Tochter der Hexe zuerst ins Bett, um an der hinteren Seite zu liegen; als sie aber eingeschlafen war, schob die andere sie sacht nach vorn und nahm selbst den Platz hinten, dicht an der Wand. In der Nacht kam die Alte hereingeschlichen, hielt in der rechten Hand eine Axt und fühlte mit der linken, ob auch jemand vorn läge, und dann fasste sie die Axt mit beiden Händen und schlug ihrem eigenen Kind den Kopf ab.

Als sie fortgegangen war, stand das Mädchen auf und ging zu seinem Liebsten, der Roland hieß, und klopfte an seine Tür. Als er herauskam, sprach sie zu ihm: „Höre, liebster Roland, wir müssen in aller Eile fliehen; meine Stiefmutter wollte mich töten, hat aber ihr eigenes Kind erschlagen. Wenn der Tag anbricht und sie sieht, was sie getan hat, sind wir verloren.“ „Aber“, sagte Roland, „ich rate dir, ihr zuvor den Zauberstab zu nehmen, sonst können wir nicht entrinnen, wenn sie uns verfolgt.“ Das Mädchen holte den Zauberstab, und es nahm den Kopf der Toten und ließ drei Blutstropfen auf den Boden fallen, einen vor das Bett, einen in die Küche und einen auf die Treppe. Dann eilte es mit seinem Liebsten davon.

Als die alte Hexe am nächsten Morgen aufstand, rief sie ihre Tochter und wollte ihr die Schürze geben, aber sie kam nicht. Da rief die Hexe: „Wo bist du?“ „Hier, auf der Treppe, ich kehre“, antwortete der erste Blutstropfen. Die Alte ging hinaus, sah aber niemand auf der Treppe und rief abermals: „Wo bist du?“ „Hier in der Küche, ich wärme mich“, rief der zweite Blutstropfen. Sie ging in die Küche, fand aber niemand. Da rief sie wieder: „Wo bist du?“ „Ach, hier im Bett, ich schlafe“, rief der dritte Blutstropfen. Sie ging in die Kammer zum Bett. Was sah sie dort? Ihr eigenes Kind, dem sie den Kopf abgeschlagen hatte, in seinem Blut gebadet. Die Hexe geriet in Wut, sprang ans Fenster, und da sie recht weit in die Welt hinausblicken konnte, erblickte sie ihre Stieftochter, die mit ihrem liebsten Roland davoneilte. „Das soll euch nicht helfen“, rief sie, „und wärt ihr auch schon weit fort, so sollt ihr mir doch nicht entkommen.“ Sie zog ihre Meilenstiefel an, in denen sie bei jedem Schritt eine Wegstunde zurücklegte, und es dauerte nicht lange, da hatte sie die beiden eingeholt. Das Mädchen aber, als es die Alte herankommen sah, verwandelte mit seinem Zauberstab seinen liebsten Roland in einen See und sich selbst in eine Ente, die mitten darauf schwamm. Die Hexe stellte sich ans Ufer, warf Brotkrumen hinein und gab sich unendliche Mühe, die Ente herbeizulocken; aber die Ente ließ sich nicht locken, und die Alte musste am Abend heimgehen, wie sie gekommen war. Darauf nahmen das Mädchen und sein liebster Roland ihre natürliche Gestalt wieder an, und sie gingen die ganze Nacht hindurch bis zum Tagesanbruch. Da verwandelte sich das Mädchen in eine schöne Blume, die mitten in einer Dornenhecke stand, und seinen liebsten Roland in einen Geiger. Es dauerte nicht lange, da kam die Hexe herangeschritten und sprach zu dem Spielmann: „Lieber Spielmann, darf ich mir die schöne Blume pflücken?“ „Oh ja“, antwortete er, „ich will dir dazu aufspielen.“ Als sie nun eilig in die Hecke kroch und eben die Blume pflücken wollte, wohl wissend, wer die Blume war, fing er an zu spielen, und ob sie wollte oder nicht, sie musste tanzen, denn es war ein Zaubertanz. Je schneller er spielte, desto heftigere Sprünge musste sie machen, und die Dornen rissen ihr die Kleider vom Leib, stachen sie und verwundeten sie, bis sie blutete, und da er nicht aufhörte, musste sie tanzen, bis sie tot am Boden lag.

Da sie nun erlöst waren, sprach Roland: „Nun will ich zu meinem Vater gehen und die Hochzeit bestellen.“ „Dann will ich unterdessen hierbleiben und auf dich warten“, sagte das Mädchen, „und damit mich niemand erkennt, will ich mich in einen roten Feldstein verwandeln.“ Da ging Roland fort, und das Mädchen stand als roter Feldstein auf dem Felde und wartete auf seinen Liebsten. Als aber Roland heimkam, geriet er in die Fallstricke einer anderen, die ihn so betörte, dass er das Mädchen vergaß. Das arme Mädchen blieb lange Zeit dort, doch als er endlich gar nicht wiederkam, wurde es traurig und verwandelte sich in eine Blume und dachte: „Es wird gewiss jemand des Weges kommen und mich zertreten.“

Es geschah aber, dass ein Schäfer seine Schafe auf dem Felde hütete und die Blume sah, und weil sie so hübsch war, pflückte er sie, nahm sie mit und legte sie in seinen Kasten. Von der Zeit an gingen im Hause des Schäfers seltsame Dinge vor. Wenn er morgens aufstand, war alle Arbeit schon getan, die Stube gefegt, Tisch und Bänke gereinigt, das Feuer im Herd angezündet und das Wasser geholt, und mittags, wenn er heimkam, war der Tisch gedeckt und ein gutes Essen aufgetragen. Er konnte sich nicht denken, wie das zuging, denn er sah nie einen Menschen in seinem Hause, und niemand hätte sich darin verbergen können. Die gute Bedienung gefiel ihm zwar, doch am Ende ward ihm so bange, dass er zu einer weisen Frau ging und sie um Rat fragte. Die weise Frau sprach: „Es steckt eine Zauberei dahinter; horche einmal früh am Morgen, ob sich etwas in der Stube regt, und wenn du etwas siehst, was es auch sei, so wirf ein weißes Tuch darüber, dann ist der Zauber gebannt.“

Der Schäfer tat, wie sie ihm geheißen, und am nächsten Morgen, gerade als der Tag anbrach, sah er, wie der Kasten aufging und die Blume herauskam. Rasch sprang er hinzu und warf ein weißes Tuch darüber. Augenblicklich war die Verwandlung zu Ende, und ein schönes Mädchen stand vor ihm, das ihm gestand, es sei die Blume gewesen und habe ihm bis zu dieser Zeit den Haushalt besorgt. Sie erzählte ihm ihre Geschichte, und da sie ihm gefiel, fragte er sie, ob sie ihn heiraten wolle, aber sie antwortete: „Nein“, denn sie wollte ihrem liebsten Roland treu bleiben, obwohl er sie verlassen hatte. Dennoch versprach sie, nicht fortzugehen, sondern dem Schäfer weiterhin den Haushalt zu führen.

Nun rückte die Zeit heran, da Rolands Hochzeit gefeiert werden sollte, und da wurde nach altem Brauch des Landes bekanntgemacht, dass alle Mädchen dabei zugegen sein und dem Brautpaar zu Ehren singen sollten. Als das treue Mädchen davon hörte, wurde es so traurig, dass es meinte, das Herz würde ihm brechen, und es wollte nicht hingehen, aber die anderen Mädchen kamen und holten es. Als die Reihe zu singen an sie kam, trat sie zurück, bis sie zuletzt allein übrig war, und da konnte sie sich nicht weigern. Doch als sie ihr Lied anhob und es an Rolands Ohr drang, sprang er auf und rief: „Ich kenne die Stimme, das ist die rechte Braut, keine andere will ich haben!“ Alles, was er vergessen hatte und ihm aus dem Sinn geschwunden war, war ihm plötzlich wieder ins Herz zurückgekehrt. Da hielt das treue Mädchen mit seinem liebsten Roland Hochzeit, und das Leid nahm ein Ende und die Freude begann.