← Library

Fundevogel

Grimms Märchen · Jacob Grimm · translated by AI translation (unreviewed)

Es war einmal ein Förster, der ging in den Wald auf die Jagd, und als er hineinkam, hörte er ein Schreien, als ob ein kleines Kind dort wäre. Er ging dem Schall nach und kam endlich zu einem hohen Baum, und oben auf diesem saß ein kleines Kind, denn die Mutter war mit dem Kind unter dem Baum eingeschlafen, und ein Raubvogel hatte es in ihren Armen gesehen, war herabgeflogen, hatte es weggeschnappt und auf den hohen Baum gesetzt.

Der Förster kletterte hinauf, holte das Kind herunter und dachte bei sich: „Du nimmst es mit nach Hause und ziehst es mit deiner Lina auf.“ Er nahm es also mit heim, und die beiden Kinder wuchsen miteinander auf. Und das, welches er auf einem Baum gefunden hatte, wurde Fundevogel genannt, weil ein Vogel es weggetragen hatte. Fundevogel und Lina hatten sich so herzlich lieb, dass sie traurig waren, wenn sie einander nicht sahen.

Nun hatte der Förster eine alte Köchin, die nahm eines Abends zwei Eimer und fing an, Wasser zu holen, und ging nicht nur einmal, sondern viele Male hinaus zum Brunnen. Lina sah das und sprach: „Hör einmal, alte Sanna, warum holst du so viel Wasser?“ „Wenn du es niemandem wiedersagst, so will ich dir sagen, warum.“ Da sagte Lina, nein, sie werde es niemandem wiedersagen, und dann sprach die Köchin: „Morgen früh, wenn der Förster auf der Jagd ist, will ich das Wasser heiß machen, und wenn es im Kessel kocht, werfe ich den Fundevogel hinein und koche ihn darin.“

Am nächsten Morgen früh stand der Förster auf und ging auf die Jagd, und als er fort war, lagen die Kinder noch im Bett. Da sprach Lina zu Fundevogel: „Wenn du mich niemals verlässt, so will auch ich dich niemals verlassen.“ Fundevogel sagte: „Weder jetzt noch jemals will ich dich verlassen.“ Da sagte Lina: „So will ich dir es sagen. Gestern Abend trug die alte Sanna so viele Eimer Wasser ins Haus, dass ich sie fragte, warum sie das täte, und sie sagte, wenn ich verspräche, es niemandem zu verraten, und sie sagte, morgen früh, wenn der Vater auf der Jagd sei, wolle sie den Kessel voll Wasser setzen, dich hineinwerfen und kochen; aber wir wollen rasch aufstehen, uns anziehen und zusammen fortgehen.“

Die beiden Kinder standen also auf, zogen sich rasch an und gingen fort. Als das Wasser im Kessel kochte, ging die Köchin in die Schlafkammer, um den Fundevogel zu holen und ihn hineinzuwerfen. Doch als sie hereinkam und zu den Betten ging, waren beide Kinder verschwunden. Da erschrak sie gewaltig und sprach zu sich selbst: „Was soll ich nun sagen, wenn der Förster nach Hause kommt und sieht, dass die Kinder fort sind? Man muss ihnen sogleich nachsetzen, um sie wieder zurückzuholen.“

Da schickte die Köchin drei Knechte hinter ihnen her, die sollten laufen und die Kinder einholen. Die Kinder aber saßen draußen vor dem Wald, und als sie von weitem die drei Knechte laufen sahen, sprach Lina zu Fundevogel: „Verlass mich nie, und ich verlasse dich nie.“ Fundevogel sagte: „Weder jetzt noch jemals.“ Da sagte Lina: „Werde du ein Rosenstock, und ich die Rose darauf.“ Als die drei Knechte zum Wald kamen, war dort nichts als ein Rosenstock und eine Rose daran, die Kinder aber waren nirgends. Da sagten sie: „Hier ist nichts zu machen“, und gingen heim und erzählten der Köchin, sie hätten im Wald nichts gesehen als ein kleines Rosensträuchlein mit einer Rose daran. Da schalt die alte Köchin und sprach: „Ihr Einfaltspinsel, ihr hättet den Rosenstock entzweischneiden und die Rose abbrechen und mit nach Hause bringen sollen; geht und tut es sogleich.“ Sie mussten also hinausgehen und zum zweiten Mal suchen. Die Kinder aber sahen sie von weitem kommen. Da sagte Lina: „Fundevogel, verlass mich nie, und ich verlasse dich nie.“ Fundevogel sagte: „Weder jetzt noch jemals.“ Sagte Lina: „So werde du eine Kirche, und ich will der Kronleuchter darin sein.“ Als nun die drei Knechte kamen, war dort nichts als eine Kirche mit einem Kronleuchter darin. Da sagten sie zueinander: „Was können wir hier machen, lasst uns heimgehen.“ Als sie heimkamen, fragte die Köchin, ob sie sie nicht gefunden hätten; da sagten sie nein, sie hätten nichts gefunden als eine Kirche, und darin sei ein Kronleuchter gewesen. Und die Köchin schalt sie und sprach: „Ihr Narren! Warum habt ihr nicht die Kirche in Stücke gerissen und den Kronleuchter mit nach Hause gebracht?“ Und nun machte sich die alte Köchin selbst auf die Beine und ging mit den drei Knechten den Kindern nach. Die Kinder aber sahen von weitem, dass die drei Knechte kamen und die Köchin hinter ihnen herwatschelte. Da sagte Lina: „Fundevogel, verlass mich nie, und ich verlasse dich nie.“ Da sagte Fundevogel: „Weder jetzt noch jemals.“ Sagte Lina: „Sei ein Fischteich, und ich will die Ente darauf sein.“ Die Köchin aber kam zu ihnen, und als sie den Teich sah, legte sie sich daran nieder und wollte ihn austrinken. Aber die Ente schwamm rasch herbei, packte ihren Kopf mit dem Schnabel und zog sie ins Wasser, und dort musste die alte Hexe ertrinken. Da gingen die Kinder zusammen heim und waren von Herzen froh, und wenn sie nicht gestorben sind, so leben sie noch heute.