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Der Kalte Junge von Hilton

Englische Märchen · Joseph Jacobs · übersetzt von Claude Opus

In Hilton Hall lebte vor langer Zeit ein Kobold, der widerspenstigste Kobold, den man sich denken kann. Nachts, wenn die Dienstboten zu Bett gegangen waren, drehte er alles auf den Kopf, streute Zucker in die Salzfässer, Pfeffer ins Bier, und trieb allerlei Schabernack. Er warf die Stühle um, stellte Tische auf den Kopf, scharrte die Feuer auseinander, und richtete so viel Unheil an, wie er nur konnte. Aber manchmal war er guter Laune, und dann!--„Was ist ein Brownie?“ fragst du. Ach, es ist eine Art Kobold, aber nicht so grausam wie ein Rotkäppchen-Kobold! Was! du weißt nicht, was ein Bogle oder ein Redcap ist! Ach du meine Güte! wohin soll das mit der Welt noch führen? Natürlich ist ein Brownie ein komisches kleines Wesen, halb Mensch, halb Kobold, mit spitzen Ohren und behaartem Fell. Wenn man einen Schatz vergräbt, streut man Blutstropfen eines frisch geschlachteten Zickleins oder Lamms darüber, oder, noch besser, vergräbt das Tier gleich mit dem Schatz, und ein Brownie wird für einen darüber wachen und jeden anderen verscheuchen.

Wo war ich stehengeblieben? Nun, wie ich gerade sagte, der Kobold in Hilton Hall trieb seinen Unfug, aber wenn die Dienstboten ihm eine Schale Rahm oder einen mit Honig bestrichenen Knöchelkuchen hinstellten, räumte er ihnen alles auf und machte die Küche ganz ordentlich. Eines Nachts jedoch, als die Dienstboten spät aufgeblieben waren, hörten sie ein Geräusch in der Küche, und als sie hineinlugten, sahen sie den Kobold, wie er an der Kesselkette hin- und herschaukelte und sang:

„Weh mir! weh mir! Die Eichel ist noch nicht vom Baume gefallen, die den Wald wachsen lassen soll, der die Wiege machen soll, die das Kindlein wiegen soll, das zum Manne heranwachsen soll, der mich zur Ruhe legen soll. Weh mir! weh mir!“

Da hatten sie Mitleid mit dem armen Kobold und fragten die nächste Hennenfrau, was sie tun sollten, um ihn fortzuschicken. „Das ist einfach genug“, sagte die Hennenfrau, und erzählte ihnen, dass ein Kobold, der für seine Dienste mit etwas Unvergänglichem bezahlt wird, sogleich verschwindet. Also fertigten sie einen Umhang aus Lincoln-Grün mit einer Kapuze an, legten ihn an den Herd und beobachteten. Sie sahen, wie der Kobold heraufkam, Kapuze und Umhang erblickte, sie anzog und herumtollte, auf einem Bein tanzend und sang:

„Ich hab deinen Umhang genommen, ich hab deine Kapuze genommen; der Kalte Junge von Hilton wird kein Gutes mehr tun.“

Und damit verschwand er und wurde nie wieder gesehen oder von ihm gehört.