Bibliothek

Der seltsame Besucher

Englische Märchen · Joseph Jacobs · übersetzt von Claude Opus

Eine Frau saß eines Nachts an ihrem Spinnrad; und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein Paar breiter, breiter Sohlen herein und setzte sich ans Feuer;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein Paar kleiner, kleiner Beine herein und setzte sich auf die breiten, breiten Sohlen;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein Paar dicker, dicker Knie herein und setzte sich auf die kleinen, kleinen Beine;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein Paar dünner, dünner Schenkel herein und setzte sich auf die dicken, dicken Knie;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein Paar riesiger, riesiger Hüften herein und setzte sich auf die dünnen, dünnen Schenkel;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam eine winzig kleine Taille herein und setzte sich auf die riesigen, riesigen Hüften;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein Paar breiter, breiter Schultern herein und setzte sich auf die winzig kleine Taille;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein Paar kleiner, kleiner Arme herein und setzte sich auf die breiten, breiten Schultern;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein Paar riesiger, riesiger Hände herein und setzte sich auf die kleinen, kleinen Arme;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein kleiner, kleiner Hals herein und setzte sich auf die breiten, breiten Schultern;

Und immer noch saß sie, und immer noch spann sie, und immer noch wünschte sie sich Gesellschaft.

Da kam ein riesiger, riesiger Kopf herein und setzte sich auf den kleinen, kleinen Hals.

„Wie bekamst du so breite, breite Füße?“, fragte die Frau.

„Viel Herumtrampeln, viel Herumtrampeln“ (barsch).

„Wie bekamst du so kleine, kleine Beine?“

„Aih-h-h!--spät--und wie-e-e--wenig“ (weinerlich).

„Wie bekamst du so dicke, dicke Knie?“

„Viel Beten, viel Beten“ (fromm).

„Wie bekamst du so dünne, dünne Schenkel?“

„Aih-h-h!--spät--und wie-e-e--wenig“ (weinerlich).

„Wie bekamst du so große, große Hüften?“

„Viel Sitzen, viel Sitzen“ (barsch).

„Wie bekamst du so eine winzig kleine Taille?“

„Aih-h-h!--spät--und wie-e-e--wenig“ (weinerlich).

„Wie bekamst du so breite, breite Schultern?“

„Vom Besentragen, vom Besentragen“ (barsch).

„Wie bekamst du so kleine, kleine Arme?“

„Aih-h-h!--spät--und wie-e-e--wenig“ (weinerlich).

„Wie bekamst du so riesige, riesige Hände?“

„Vom Dreschen mit einem eisernen Flegel, vom Dreschen mit einem eisernen Flegel“ (barsch).

„Wie bekamst du so einen kleinen, kleinen Hals?“

„Aih-h-h!--spät--wie-e-e--wenig“ (kläglich).

„Wie bekamst du so einen riesigen, riesigen Kopf?“

„Viel Wissen, viel Wissen“ (scharfsinnig).

„Wozu kommst du?“

„FÜR DICH!“ (Aus vollem Halse, mit einem Schwenken des Arms und einem Stampfen der Füße.)