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Mr. Miacca

Englische Märchen · Joseph Jacobs · übersetzt von Claude Opus

Tommy Grimes war manchmal ein braver Junge und manchmal ein böser Junge; und wenn er ein böser Junge war, dann war er ein sehr böser Junge. Nun pflegte seine Mutter zu ihm zu sagen: „Tommy, Tommy, sei ein braver Junge und geh nicht aus der Straße hinaus, sonst holt dich Mr. Miacca.“ Doch immer, wenn er ein böser Junge war, ging er aus der Straße hinaus; und eines Tages, wahrhaftig, war er kaum um die Ecke gebogen, als Mr. Miacca ihn erwischte, kopfüber in einen Sack steckte und ihn zu seinem Haus mitnahm.

Als Mr. Miacca Tommy drinnen hatte, zog er ihn aus dem Sack, setzte ihn hin und befühlte seine Arme und Beine. „Du bist ziemlich zäh“, sagt er; „aber du bist alles, was ich fürs Abendessen habe, und gekocht wirst du nicht schlecht schmecken. Doch, verflixt noch mal, ich hab die Kräuter vergessen, und bitter wirst du ohne Kräuter schmecken. Sally! Hierher, sag ich, Sally!“ und er rief nach Mrs. Miacca.

Da kam Mrs. Miacca aus einem anderen Zimmer und sagte: „Was willst du, mein Lieber?“

„Oh, hier ist ein kleiner Junge fürs Abendessen“, sagte Mr. Miacca, „und ich habe die Kräuter vergessen. Pass auf ihn auf, ja, während ich sie holen gehe.“

„Schon gut, mein Schatz“, sagt Mrs. Miacca, und fort ging er.

Da sagte Tommy Grimes zu Mrs. Miacca: „Hat Mr. Miacca immer kleine Jungen zum Abendessen?“

„Meistens, mein Lieber“, sagte Mrs. Miacca, „wenn kleine Jungen böse genug sind und ihm in die Quere kommen.“

„Und esst ihr sonst nichts außer Jungenfleisch? Keinen Pudding?“, fragte Tommy.

„Ach, ich liebe Pudding“, sagt Mrs. Miacca. „Aber unsereins bekommt nicht oft Pudding.“

„Nun, meine Mutter macht heute gerade einen Pudding“, sagte Tommy Grimes, „und ich bin sicher, sie würde dir etwas geben, wenn ich sie darum bitte. Soll ich hinlaufen und welchen holen?“

„Na, das ist ein aufmerksamer Junge“, sagte Mrs. Miacca, „nur bleib nicht zu lange und sei bestimmt zum Abendessen wieder da.“

Also machte sich Tommy eilig davon, und war heilfroh, so billig davonzukommen; und viele lange Tage lang war er so brav, wie man nur sein konnte, und ging nie um die Ecke der Straße. Doch konnte er nicht immer brav sein; und eines Tages ging er um die Ecke, und wie es das Schicksal wollte, war er kaum darum herum, als Mr. Miacca ihn schnappte, in seinen Sack steckte und mit ihm nach Hause ging.

Als er ihn dort hinbrachte, ließ Mr. Miacca ihn aus dem Sack fallen; und als er ihn sah, sagte er: „Ach, du bist der junge Bursche, der mir und meiner Alten diesen schäbigen Streich gespielt hat, uns ohne Abendessen zurückzulassen. Nun, das machst du mir nicht noch einmal. Ich werde selbst über dich wachen. Hier, kriech unters Sofa, und ich setze mich drauf und passe auf den Topf auf, der für dich kocht.“

So musste der arme Tommy Grimes unter das Sofa kriechen, und Mr. Miacca setzte sich darauf und wartete, bis der Topf kochte. Und sie warteten und warteten, aber immer noch kochte der Topf nicht, bis Mr. Miacca schließlich das Warten leid wurde und sagte: „Du da drunter, ich warte keinen Augenblick länger; streck dein Bein heraus, dann werde ich dir das Entwischen schon austreiben.“

Also streckte Tommy ein Bein heraus, und Mr. Miacca nahm ein Beil, hackte es ab und warf es in den Topf.

Plötzlich rief er: „Sally, meine Liebe, Sally!“ und niemand antwortete. Also ging er ins Nebenzimmer, um nach Mrs. Miacca zu schauen, und während er dort war, kroch Tommy unter dem Sofa hervor und lief zur Tür hinaus. Denn es war ein Bein des Sofas gewesen, das er hinausgestreckt hatte.

So lief Tommy Grimes nach Hause, und er ging nie wieder um die Ecke, bis er alt genug war, um allein zu gehen.