Es war einmal ein Mann, der das ganze Land durchreiste auf der Suche nach einer Frau. Er sah junge und alte, reiche und arme, hübsche und schlichte, konnte aber keine finden, die ihm zusagte. Endlich fand er eine Frau, jung, schön und reich, die einen rechten Arm aus purem Gold besaß. Er heiratete sie sogleich und hielt sich für den glücklichsten Mann von allen. Sie lebten glücklich zusammen, doch obwohl er die Leute anderes glauben lassen wollte, hing er mehr am goldenen Arm als an allen anderen Gaben seiner Frau.
Endlich starb sie. Der Ehemann zog das schwärzeste Schwarz an und setzte bei der Beerdigung die längste Miene auf; doch trotz alledem stand er mitten in der Nacht auf, grub den Leichnam aus und schnitt den goldenen Arm ab. Er eilte nach Hause, um seinen Schatz zu verstecken, und dachte, niemand werde es erfahren.
In der folgenden Nacht legte er den goldenen Arm unter sein Kopfkissen und war gerade dabei einzuschlafen, als der Geist seiner toten Frau ins Zimmer glitt. Sie trat ans Bett, zog den Vorhang zurück und blickte ihn vorwurfsvoll an. Er tat, als fürchte er sich nicht, sprach den Geist an und sagte: „Was hast du mit deinen so roten Wangen gemacht?“
„Alles verwelkt und vergangen“, erwiderte der Geist mit hohler Stimme.
„Was hast du mit deinen roten, rosigen Lippen gemacht?“
„Alles verwelkt und vergangen.“
„Was hast du mit deinem goldenen Haar gemacht?“
„Alles verwelkt und vergangen.“
„Was hast du mit deinem Goldenen Arm gemacht?“