247.
Mit »a« ein Vogel, dessen »Lieder« So einfach sind wie sein Gefieder. Mit »e« ist's eine Pflanze wert, Mit »o« von Damen oft begehrt, Mit »ü« such mich als Pflanze wieder.
248.
Sieh' ein Hauch trübt immer die glänzende Fläche des Stahles Und verwandelt den Glanz in den verderblichen Rost. So auch wandelt ein Laut das Sinnbild der Reinheit und Unschuld In das Sinnbild von Schmutz, Laster, Verderben und Schuld.
249.
Ein Andres ist's -- Jahr aus, Jahr ein -- An jedem Tag mit D; An einem Binnenmeere ist's Ein Hafenort mit B. Wo immer nur der Mensch auch weilt, Mit F bestimmt es ihn ereilt.
250.
Mit P bestimmt's den Wert der Ware, Mit G zählt es stets viele Jahre, Mit K hat's niemals Spitzen, Ecken -- Nun such' die Lösung zu entdecken.
251.
Mit »e« ist es im brit'schen Land Als eine Münze wohlbekannt; Mit »o«, ein munterer Gesell, Läuft auf vier Beinen er gar schnell.
252.
Mit P ein Tier, Mit T ein Land! Ist Beides dir Vielleicht bekannt?
253.
Mit einem »r« am Schluß Ist es ein deutscher Fluß; Doch eine deutsche Stadt Wenn's »l« am Ende hat.
254.
Mit Gr, ein Ort, wo selten Licht erscheint, Mit R, der Ruhe, der Gesetze Feind, Mit M, ein kleines Tier, des Lichtes Freund, Mit L, ein Mädchenname schön und hehr, Mit Fl, durchfurchet es das weite Meer.
255.
Ist hart sein drittes Zeichen, dann Trägt oftmals man sehr schwer daran, Doch wenn sein drittes Zeichen weich, Ist's lieb dem Hungrigen sogleich.
256.
Mit »e« hat's jedes Menschenkind, Der seines Hauptes Schmuck büßt' ein. -- Mit »a« jedoch nur der allein, Wer sagt die Lösung mir?
257.
Mit »a« ist's eine Stadt im deutschen Lande, Mit »e« erscheint's, sobald die Nacht verschwindet, Mit »o« ist es als gute Frau bekannt, Mit »ö« ist es ein Ort voll Glut und Brand, Mit »ü« es schützend um den Leib sich windet.
258.
Wirfst in ein Wasser du zwei »p« hinein, Wird's warm und trocken deinen Füßen sein.
259.
Mit B lebt es in Teich und Fluß, Mit F dem Auge bringt's Genuß, Mit G sieht's froh der Landmann stehen, Mit N läßt's stolz der Krieger sehen.
260.
Ich kenne einen schönen Namen, Es führen ihn viel schöne Damen. Läßt du sein erstes Zeichen fort, So nennt ein Lied das neue Wort; Doch fügst in ihn ein »n« du ein, Wird's auf dem Meer zu finden sein.
261.
Mit »n« da ist's ein wichtig Ding, Und niemand schätze es gering: Wer es nicht pfleget immerdar, Der bleibet es mit »r« fürwahr.
262.
Mit P muß es gar vieles drücken, Mit T so manche Kleidung schmücken; Mit K wächst es in meinem Garten; Es gibt darum verschiedene Arten. --
263.
Es bringt mir oft im Frühjahr Die Gattin ein Gericht, Das ist nicht allgewöhnlich Und oft bekomm' ich's nicht. Sie hängt ein einzig' Zeichen, Ein »d« der Speise an: Freut sich, wenn sie vom Gärtner Dafür sie kaufen kann.
264.
Gar mancher sucht es auf des Meeres Grund, Und wer es bekommt, dem ist köstlich der Fund. Seines Kopfes beraube nun dieses Wort Und such' es am Wasser, es findet sich dort!
VII. Homonym:
Dasselbe Wort hat verschiedene Bedeutung.
265.
Man läßt ihn sprechen; Man läßt ihn stechen; Es ist ein Vogel Und ein Gebrechen.
266.
Er läßt sich jagen in die Flucht; Sie aber ist 'ne süße Frucht.
267.
Du findest mich im Ungerland Als eine wohlbekannte Stadt; Doch auch im lieben Vaterland, Wo mich fast jede Stube hat.
268.
Wie heißt der Befehl, den die Krieger vollziehen? Er hat einem Tonstück den Namen verliehen.
269.
Keine Maschine, Der ich nicht diene. Ein Dichter ist's Im andern Sinn.
270.
Ein schöner Baum mit hohem Stamm, Ein Philosoph und weiser Mann.
271.
Als Pflanze seine Schwestern eng umgeben, Als Werkzeug kann es große Lasten heben.
272.
Es ist ein Fluß im deutschen Land; Auch hat's der Kutscher häufig in der Hand.
273.
Als Krankheit bringt es viele Qualen; Als Fluß durchwandert es Westfalen.
274.
Wirst du es von andern, Weiß man deine Schwere; Bist du es den andern, Schätzen sie die Ehre.
275.
Bald ist es eine Frucht, die jeder gern genießt, Und bald ein deutscher Strom, der sich ins Meer ergießt.
276.
Was ist denn das für ein kurioses Ding: Ein Buch ist es, ein Berg, ein Kleiderstoff Und auch ein Schmetterling.
277.
Im Blumengarten erfreue ich wohl jedermann; Doch zeige ich in anderem Sinn auch Trauer an.
278.
Korn wird mit ihnen rein gemacht, Und eines gibt mit ihnen acht.
279.
Gar vielen dient's als angenehme Speis, Und ist doch eine Stadt im Schwarzwaldkreis.
280.
Im Norden ist's ein deutscher Fluß, Auch drückt man drauf gar manchen Kuß.
281.
Ich bin bestimmt den Tod zu bringen, In Jägers und in Kriegers Hand; Doch mit dem finstern Tod zu ringen, Werd ich vom Arzte angewandt.
282.
Du findest uns hoch oben und zwar im kalten Nord Und auch bei jedem Schneider siehst du uns auf mein Wort.
283.
Mein Bruder, der Jurist, studiert es treulich, Mein Vetter, der Tourist, bestieg es neulich.
284.
Was eines Dichters Meisterstück, Macht jedermann im Augenblick.
285.
Ein Stoß von mir: Du läufst davon! Ein Stoß in mich Gibt hellen Ton.
286.
Kaleschen sind's und Kutschen, Denk ich's als Mehrheit mir; Begleit ich dich auf Reisen, Bin ich's als Einheit dir.
287.
Mancher Käse wird es, Eh' man ihn genießt, Und das gleiche Wörtchen Jeder Gauner ist.
288.
Vom Feldherrn wurden wir's, Als wir gen Frankreich zogen; Wer's wird bei 'nem Geschäft, Ist ganz gewiß betrogen.
289.
Ein Zahlwort ist's, an allen Tagen Wird's pünktlich auf der Uhr geschlagen; Ein Hauptwort, das oft manchen traf, Als große, ja die größte Straf; Doch muß man auch, damit das Leben Gesichert sei, es immer geben.
290.
Bei Fehlern soll man's tun, schreibt man es klein; Doch schreibt man's groß, wird's eine Insel sein.
291.
Läßt man's in einem Wort, dann ist's Ein Geistlicher, doch kein Christ. Macht man jedoch zwei Wörter draus, Liegt es verächtlich vor dem Haus.
292.
Schreibt sich mein Wort am Anfang klein, So muß es jeder Kaufmann tun. Groß aber zeigt es mancher Hain, Und herrlich läßt sich's drunter ruhn.
293.
Ist's Zeitwort, muß ich's unbedingt, Wenn ich Gewinn erstrebe. Als Hauptwort schaff' ich's gleich mir an, Wenn ich als Rentner lebe.
294.
Es wäre roh, mich aus den Augen setzen; Drum nimm du mich, wenn's gilt mich zu verletzen; Auf mich zu geh'n ist manchem Passion, Wird auch nicht immer Beute ihm zum Lohn.
295.
Ist, was du schufst, mein Rätselwort, Sind Gold und Ehre dein, Hat, was du liebst, mein Rätselwort, Wie gramvoll wirst du sein!
296.
Groß -- machst Jagd du wohl darauf, Wird es gar zu keck, Klein -- kommt deren muntre Schar Flink damit vom Fleck.
297.
Bin zwar oftmals sehr verschlossen, Ohne daß man falsch mich nennt; Doch hat's manchen stark verdrossen, Und er klopft ganz vehement.
Wer wohl könnte hoch mich schätzen, Der ich aller Weisheit bar, Und nur dummes Zeug kann schwätzen? Nur ein Dummer, das ist klar.
298.
Einen Makel, einen Ort, Zeigt dir an dasselbe Wort.
299.
Einst kroch ich, ein Gewürm am Boden, Da mußten Reiter mit mir streiten, Jetzt steig ich herrlich in die Lüfte, Doch folg ich eines Knaben Leiten.
300.
Als Knabe bin ich oft gegangen, Hinaus mit jugendfrohem Sinn, Und habe dort zum Scherz gefangen, Was ich nun selbst geworden bin.
301.
Eh' du nur wußtest, was ich bin, Hast du mich längst gemacht; Bald sprichst du mich, bald schreibst du mich, Manchmal mit viel Bedacht. Ob groß, ob klein, der Menschengeist Spricht immerdar aus mir -- Und doch macht leichter mich als du, Und schneller manches Tier.
302.
Welches Wort von vorne genommen, Bleibt dir gleichfalls umgekehrt, Immer in der Not willkommen Und von ganz demselben Wert?
303.
Ich wollt es tun, drum ging ich schleunigst hin, Fand dort -- verdoppelt -- es nach meinem Sinn.
304.
Wo es als Änderung erscheint, Ist ew'ger Unbestand gemeint; Doch wenn man es bezahlen muß, So ist's oft eine harte Nuß.
305.
Wenn auch nicht im Werte gleich Manchem Stein', an Feuer reich, Bin ich deshalb dennoch wert, Daß man meinen Nutzen ehrt.
Aber auch wenn unverhofft Leid und Unglück kommen oft, Hast du nötig meine Kraft, Die dir Mut und Trost verschafft.
306.
Mich hat der Mann -- ich bin ihm gar lieb! Mich hat die Feder, die einst mit mir schrieb, Mich hat der Schlüssel, der Türen schließt, Mich hat die Muschel, die man genießt.
307.
Ich nenne einen Staatsrat dir; Doch läßt sich's weich auch ruh'n auf mir.
308.
Ein kleiner Fluß im märkischen Land Und eine schöne Eigenschaft Sind dir mit gleichem Wort bekannt.
309.
Einstens sang sie's zum Entzücken; Da sie's ist, will's nimmer glücken.
310.
Als Hauptwort zeigt es dir hinieden Die Leiter, die zum Himmel führt. Es stärkt den Menschen, gibt ihm Frieden, Wenn er sein Teuerstes verliert.
Doch wird's zum Zweiten sich gestalten, Und änderst du der Worte Ton, Ist eine Mahnung drin enthalten, Zu frommer Pflicht, die reich an Lohn.