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500 Rätsel und Rätselscherze für jung und alt · Joseph Frick

311.

Einmal ist es mehr als dicht, Einmal der in Versen spricht.

312.

Mit Jubel wird es stets vernommen, Daß viele auf die Tafel kommen; Denn sollt' das eine nicht behagen, So paßt ein and'res für den Magen. Wohl niemand mag vor ihm erscheinen, Denn viele straft's, verschont nicht einen. Und willst du jemand dort verklagen, So mußt vielleicht die Kosten tragen.

313.

Als ein Gefäß, bald groß, bald kleiner, Hier etwas schmutzig, dort viel reiner, Bin ich allüberall, mein Kind, Wo Bäcker und wo Fleischer sind. Doch doppelt bin ich aufgewachsen Als Fluß im Land der lieben Sachsen.

314.

Wie ist das doch so sonderbar: Es sitzt in sich -- ist euch das klar? Und sitzt's in sich, um sich zu pflegen, Ist's oft in sich, um sich verlegen.

315.

Er ist dem Kaufmann stets willkommen, Weil er Verdienst und Nutzen bringt; Sie wird nur dann gern aufgenommen, Wenn freudig sie und tröstlich klingt.

316.

Du hast es und wünschest es stets zu behalten, Und doch wünschest stets du es nicht zu erhalten.

317.

Im freien Felde lauscht wohl mancher ihr; Doch fang sie nicht, mein Freund, man flieht sonst vor dir!

318.

Wird es mit Wasser dir gegeben, So kann es retten Leib und Leben; Doch setzt man ihm noch Feuer zu, Dann bringt es oft die ew'ge Ruh.

319.

Mit »Der« schmückt es die Frühlingsflur Und trägt die Farbe der Natur. Mit »Das« zeigt es die wilde Kraft Des Wahnsinns und der Leidenschaft.

320.

(Männlich.) Meuchelnd spring ich Aus dem Hinterhalt hervor.

(Sächlich.) Schmeichelnd kling ich Jedem Künstler in das Ohr.

321.

Ein Segler der Lüfte Trägt er die Taube Hinweg zum Raube. Ein stolzer Dampfer Durchkreuzt er die Meere Zu Deutschlands Ehre.

322.

Will segeln das Schiff in das wogende Meer, Dann darf ich nimmermehr fehlen, Es käm' ohne mich wohl schwerlich ans Ziel, Darauf ist ganz sicher zu zählen. Es kann ohne mich auch bestehen kein Staat, Das bleibet ein Satz unbestritten. Doch trotzdem daß nimmer entbehrlich ich bin, Bin häufig nicht gut ich gelitten. Und segelst ins neue Jahr du bald ein, Und fühlt deine Seele ein Bangen, Laß Gott stets, was ich benenne, dir sein, Wirst sicher ans Ziel du gelangen.

323.

Was mancher Mann und manche Frau Schon oft gewünscht sich hat, Das sagt und zeigt dir ganz genau Von jedem Buch das erste Blatt.

VIII. Sinnrätsel:

Das Wort soll nach seinem verschiedenen Sinn erraten werden.

324.

Den Reichen bin ich nie, den Armen oft beschieden; Wer mich entbehren muß, ist wieder nicht zufrieden.

325.

Der arme Tropf Hat einen Hut und keinen Kopf Und hat dazu Nur einen Fuß und keinen Schuh.

326.

Du hast sie schon gesehen; Sie schlägt und hat doch keine Hand; Sie geht und bleibt doch stehen; Sie steht und hängt doch an der Wand.

327.

Ein Nebenfluß vom Rhein, Kann nimmer fern dir sein.

328.

Ohne daß ich Füße hätte, Eil' ich fort im schnellen Lauf, Höre Tag und Nacht nicht auf Und bin doch stets im Bette.

329.

Ein Haus, gar künstlich, klein und nett, Ist ohne Stuhl und Tisch und Bett; Indessen dem, der wohnt darin, Recht wohl behagt es immerhin.

330.

Es ist kein Haus, doch baut man es; Man ißt es nicht, doch kaut man es; Wenn man's nicht kaut, verbrennt man es. Ihr kennt es, sagt: Wie nennt man es?

331.

Er hat einen Kamm und kämmt sich nicht; Er hat zwei Sporen und ist kein Ritter; Er hat eine Sichel und ist kein Schnitter.

332.

Oft tritt man zwar mit Füßen mich, Doch heil ich Stoß und Schnitt und Stich.

333.

Mit Lasten beladen kann ich gehen; Nimm mir die Lasten, so bleib' ich stehen.

334.

Sobald du mich hast ausgesprochen, Hast du mich auch sogleich gebrochen.

335.

Rätst du mich recht, so hast du falsch geraten; Und rätst du falsch, so hast du recht geraten.

336.

Sehr wenig ißt man ohne mich, Und doch ißt nicht allein man mich.

337.

Was ist's, das übers Wasser geht Und doch dabei ganz ruhig steht?

338.

Könnt ihr mit zwei Zeichen aus unserm Alphabet, Mir einen Vogel nennen, den ihr gar häufig seht?

339.

Man legt bekanntlich Schuhe an, Damit man besser gehen kann; Doch welche werden angelegt, Damit sich etwas nicht bewegt?

340.

Feuer löscht sonst Wasserflut, Mich setzt Wasser erst in Glut.

341.

Füße hab' ich nicht zum Gehen, Nur zum Stehen, Und auf meinem Schoß hast du Bei so mancher Arbeit Ruh'.

342.

Ich bin nicht, ich war nicht, ich werde nicht sein. Du meinst wohl, ich scherze? Ich sage dir: nein! Ich stehe ja sichtbar vor deinem Gesicht; Und willst du mich suchen, so find'st du mich nicht.

343.

Es ist ein Wort, dreideutig dem Germanen; Einst war das Erste furchtbar seinen Ahnen; Der schwere Zeiger der Geschichte rückt, Der Deutsche erbt das Zepter; ihr erblickt, Wie dem erwählten deutschen Sohne Im Zweiten die gewicht'ge Krone Der Bischof auf die Stirne drückt. Es kreist im hochgewölbten Saale Das Dritte bei dem Krönungsmahle.

(Hauff.)

344.

Zwei Eimer sieht man ab und auf In einen Brunnen steigen, Und schwebt der eine voll herauf, Muß sich der andre neigen. Sie wandern rastlos hin und her, Abwechselnd voll und wieder leer, Und bringst du diesen an den Mund, Hängt jener in dem tiefsten Grund, Nie können sie mit ihren Gaben Im gleichen Augenblick dich laben.

(Schiller.)

IX. Anagramm:

Durch Versetzung der Buchstaben wird ein anderes Wort gebildet.

345.

Ich bin ein Ding, zu heil'gem Dienst geweiht; Stellst du die Zeichen um, ein Priesterkleid.

346.

Kein Mensch lebt ohne mich; ist das nicht klar genug? So wißt: in mir steckt »Erbgut« und »Betrug«.

347.

Um sie zu erreichen, Mußt du Sieger sein; Versetzt man nun die Zeichen, Ist's eine Stadt am Rhein.

348.

Wie macht man aus den Worten »ach Ader« eine Charade?

349.

Der Landmann will's von seinem Feld; Wenn man zwei Zeichen nur verstellt, So will's der reiche Mann vom Geld.

350.

Brennholz liefere ich, daß im Winter es Wärme euch schaffe; Wechseln zwei Zeichen in mir, raube die Wärme ich euch.

351.

Sechs Zeichen euch nennen ein schleichendes Tier, Einheimisch, doch spärlich vorhanden. -- Vertauscht ihr den Kopf mit dem Fuße mir, Gleich sind Nagetiere entstanden.

352.

Das Erste wird sich auf die Zeit beziehen, Die Fische werden wohl das Zweite fliehen.

353.

Fließender Wasser Gebiete trennt's auf dem Rücken der Berge; Stehen die Wörter versetzt, ist es ein ätzendes Gift.

354.

Laß dir reichen Fünf der Zeichen, Ordne sie, dann wirst du haben Einen Namen für die Knaben; Doch wirst du die letzten beiden Von den ersten Zeichen scheiden Und sie an den Anfang stellen, Glänzt entgegen dir im hellen Schein vom Firmament, Was mein Wort jetzt nennt.

355.

Fünf Zeichen, die dir ein Gebirge nennen, Das als ein großes gibt sich zu erkennen, Tu mit geschickter Weise so verkehren, Daß du sie kannst mit Appetit verzehren.

356.

Nichts wär dem Landmann wohl fataler, Als wenn ich immer herrschen sollte, Was ich ihm auch nicht wünschen wollte. Durch Umtausch beider letzten Zeichen Mach' mich zu einem großen Maler, Wie wenige von Seines gleichen.

357.

Als ein Getränk bin ich bekannt, Doch wird mein Kopf als Fuß verwandt, Und liest man mich dann umgekehrt, So werd als Speise ich verzehrt.

358.

Ein Räuber ist's besonderer Art; Wenn man die Zeichen anders paart, Entstehet flugs ein Tier daraus, Das sieht sehr plump und häßlich aus.

359.

Mit dem Pfeil, dem Bogen, spiel ich nicht zum Scherz; Komme ich geflogen, ist mein Ziel das Herz. Steht mein Kopf am Ende, bin ich Königin; Süße Düfte sende ich zu dir dann hin.

360.

Ganz körperlos dahin ich schweben muß -- Drei erste Zeichen stell' mir nur zu Fuß, Nimm fort das vierte und in aller Eil' Verwandle ich mich in mein Gegenteil.

X. Akzenträtsel:

Je nach der Betonung der einzelnen Silben verändert sich der Sinn des Wortes.

361.

(Telegramm!) Mein -- V folgt heut unbedingt; V -- mich abends zu Euch bringt.

362.

Ist nicht V -- und losem Wesen Ein Mensch, der glücklich einst gewesen, Geworden zu dem ärmsten Mann? Mein Freund nimm dir ein -- V dran!

363.

Nur der V -- und Pflicht sich hält, Hat -- V auf den Dank der Welt.

364.

Ein guter -- V ist von Wert, Für jeden, der um Rat begehrt, Doch ist's V -- der Seltenheit, Wenn er erscheint zur rechten Zeit.

365.

Es herrscht die kummervollste Not, Ins Land getreten war der Tod Und hält erschreckend reiche Lesen. Ihr kennt der Krankheit -- V Wesen. Manch' Antlitz, noch am Abend rot, V -- am Morgen, und der Tod In wenig, aber bangen Stunden Hat neue Beute er gefunden.

XI. Kreuz- und Querrätsel:

Durch mehrfache Silbenverbindungen entstehen neue Wortbilder.

366.

1 | 2 --+-- 3 | 4

1, 2 erfreut im Sommer dich, 3, 4 zur Tonne stets gehört. Des 1, 4 Lied klingt schauerlich, 1, 3 den Frieden stört. Nimmst 4 du nur und dazu 2, So gibt es deren mancherlei.

XII. Rechenrätsel.