47.
Die Erste nennt man auch die ganze Welt; Wer meine Zweite ist, dem mangelt Geld. Das Ganze wird in ernsten Tagen Gar oft geblasen und geschlagen.
48.
Mein Erstes -- nicht wenig, Mein Zweites -- nicht schwer; Mein Ganzes gibt Hoffnung, Doch trau nicht zu sehr!
49.
Wer dem Feind vergibt und ihm sogar Gutes tut, Ist die ersten Beiden, drum ein guter Christ; Eine Farbe meine dritte Silbe ist; Der Tiroler trägt das zarte Ganze auf dem Hut.
50.
Der ersten Beiden letzte zwei -- Mit jedem Tage sind sie neu. Gar viel verliert das Leben dess' an seinem Glanze, Der schon als Kind vermissen mußt das süße Ganze.
51.
Das Erste ist Nacht und das Zweite ist Licht; Nicht klug ist, wer lange den Kopf sich zerbricht.
52.
Aus Erster manche Speis ist gemacht; Die Zweite kommet nur bei Nacht. Einzeln -- nur jedes nützen kann, Zusammen -- richtet's Schaden an.
53.
Der Pfeffer wird die Erste sein; Die letzten sollten sicher treffen. In mancher Schlacht, in manchem Treffen Nützt wohl das Ganze ungemein.
54.
Die ersten Silben lärmen; Die dritte kann uns wärmen; Das Ganze aber zittert, Von jedem Wort erschüttert.
55.
Eines Tieres Name, Eines Tieres Schrei Bilden eine Blume; Deute, was das sei!
56.
Jährlich kehrt das Erste wieder Als ein schöner Feiertag; Nettes Tierchen ist das Zweite, Lebt in Feldern, wohnt im Hag; Ist das Ganze gleich kein Vogel, Doch es Eier legen mag.
57.
Vier a, zwei k, ein l, ein u, Füg sie zu einem Worte du! So hast du, wenn es dir gerät, 'ne viel genannte Majestät.
58.
Zwei Silben sind's, die meinen Namen bilden, Und eine ist der andern gleich; Sie führen dich zu ungeschlachten Wilden Und in der Roheit häßlich Reich.
59.
Blumen geraubt ist die Erst'; oft stützt auch Blumen die Zweite; Sieh, wie am Weihnachtsbaum sich das Ganze verzehrt.
60.
Was in dem ersten Paar du hattest, erhascht sich das Ganze; Merkst du es zeitig, du wirst: »haltet die letzte mir« schrei'n.
61.
Auf zartem Weiß stellt sich das Zweit' am schönsten dar; Durch dunkle Nacht drängt sich das erste Silbenpaar: Mög' oft das Ganze dein erwachend Aug' erfreun -- Und ungetrübt die Lust des Lebens dir erneuen.
62.
Die beiden ersten geben Stoff Zu Kleidern grob und fein. Die dritte darf im Glase nicht, Soll Wert es haben, sein. Wer 's Ganze heute noch nicht kennt, Der geh' und such's im Parlament.
63.
Das Erste ist ein Wort zum Fragen, Das Zweite gut, um zuzuschlagen; Das Ganze läßt den Gaumen zagen, Ist aber heilsam für den Magen.
64.
Die Erste ist die Ursache der Zweiten; Das Ganze soll man heilig halten.
65.
Eins, Zwei, du gewahrst sie an Tür und an Pfort. Drei, Vier, die bestrafen das Büblein sogleich, Hat's Jemand gespielt ein' tückischen Streich; Das Ganze benutzt man, merk's wohl, zu 'nem Sport.
66.
Die Ersten gedeihen auf des Ackers Mitte; Mit gleich und ungleich wechselt die Dritte; Das Ganze blickt aus vergangener Zeit, Und lebt in Märchen weit und breit.
67.
Vertreibt mein Erstes dir die Langeweile, So zeigt mein Zweites dir der Stunden Eile; Willst du das Erste zu dem Zweiten fügen, So kann das Ganze auch dein Ohr vergnügen.
68.
Die Erste ist hoch und die Zweite voll Kraft, Heraus aus der Ersten, das Ganze viel schafft.
69.
Laß den drei Ersten freien Lauf, Schwing freudig dich mit ihnen auf, Wenn sie zu Hohem führen; Doch hurtig halte sie zurück, Wenn sie im nächsten Augenblick Dich suchen und verführen. Oft eilen sie der Zeit voraus Und malen deine Zukunft aus Umstrahlt vom Glück und Glanze. Schnell tritt die Wirklichkeit herfür, Macht dir durch alles eine Vier, Und ich -- ich mach' das Ganze.
70.
Die ersten zwei sind gemeinsam Stoff Der Anatomie und Analogie, Die letzten Beiden aus Sophokles Man kennt sie aus der Mythologie. Das Ganze sang Weines und Weibes Preis, Selbst als schon sein Haar war silberweiß.
71.
Das erste treibt gar oft ein loser Bube, Das zweite ist in Küche, Keller, Stube; Das Ganze wird geschätzt nur sehr gering, Und dennoch ist's ein oft begehrtes Ding.
72.
Die ersten den Besitz anzeigen Und nennen was durch Erb und Kraft Dir zugehört. Der Dritten Reigen Fünffältig tritt im Leben auf. Das Ganze zeigt bei jung und alt Sich stets in häßlicher Gestalt.
73.
Die beiden ersten liefern gute Nahrung; Die beiden letzten nimm' gut in Verwahrung, Ihr Dienst dir unentbehrlich ist; Das Ganze führt zu mancher Klage, Man sagt, es sei 'ne rechte Plage, Nun rat einmal, was das wohl ist!
74.
Die beiden ersten sind gefährlich, Klafft dir zumal das Dritte weit; Und doch das Ganze freut alljährlich Als Blümchen dich zur Sommerzeit.
75.
Die Feder, schon vom Hauch bewegt, Des Ersten Silb' Bezeichnung trägt. Die Zweite, die von höchstem Wert, Fünffacher Art dir ward beschert. Dem Ganzen bleibe immer feind, Da sich's mit Tugend schwer vereint!
76.
Es kleiden in die erste Silbe Die Dichter ihres Geistes Gaben; Die zweite doch freut Menschen nur, Die nicht Empfindung für das Schöne haben; Mein Ganzes ist die Quelle großer Taten, Und mit ihm muß der Leser mich erraten.
77.
Die Ersten herrschen jahraus jahrein, Drei, Vier sind dem Krieger heilig, Das Ganze hängt von dem Ersten ab, Bewegt sich bald langsam, bald eilig.
78.
Zum Werk, das heute schon sich fördern ließe, Brächt', meinst du oft, mein Erstes auch noch Frist, Weißt du auch nimmer, ob es neu erschließe Sich deinem Aug', ob du an ihm noch bist. Mein Zweites heischt von dir des Bettlers Bitte, Zum Namensfest gibst du's, zum heil'gen Christ, Auch sonst wohl lockt in deiner Lieben Mitte Es oftmals ab dir Schmeichelei und List. Mein Ganzes -- wie in Koffern, Truhen, Schränken, Sie's emsig sammeln, ist der Bräute Denken.
79.
Die Erste wird alljährlich grün, Die Zweite bringet immer Weh'n, Das Ganze siehst du formenkühn Durch eines Malers Kunst ersteh'n.
80.
Die Erste streicht über Land und Meer; Die Zweite freut Alte und Junge sehr. Das Ganze läuft leicht auf vier Beinen daher.
81.
Die Ersten, ohne Zepter, tragen Kronen, Die Zweiten machen Lärm in allen Zonen. Das Ganze mag bei Furcht, wie grimm'ger Kält' geschehen, Wer hätt' im Leben mich nicht schon oft gesehen!
82.
Das erste Wort nennt dir gebahnte Wege, Das zweite gibt viel wohlgezielte Schläge, Das Ganze tönt, nicht jedes Ohr erlabend, Vom frühen Morgen bis zum späten Abend.
83.
Die Erste ruft dir zu, nicht fort zu geh'n; Nimmst ihr den Kopf, so kannst du's an dir seh'n. Die Zweite ist dem Freunde stets viel wert, Und wird von jedem Menschen gern geehrt. Durch's Ganze aber wird so manche Schlacht Durch Künstlers Hand recht anschaulich gemacht.
84.
Es erfüllt das Ganze nimmer, Was es uns verspricht, Wird die zweite seiner Silben Uns zur Ersten nicht.
85.
Die erste Silbe drückt Beschränkung aus. Die Zweite liebt, wer gern der Stadt entflieht; Das Ganze ist ein mächtig-stolzes Reich, Dem seine Grenzen oft das Erste scheinen.
86.
Mein Erstes bist du immer, Wenn du die Letzten liebst; Mein Ganzes ist vorüber, Sobald du Antwort gibst.
87.
Wer meine Eins ist, hat nicht viel, Jedoch die Zwei hat jedermann, Und mit dem Ganzen man ein Ziel Mit leichter Mühe treffen kann.
88.
Wer die beiden Letzten bricht, Scheu' der Ersten Spitze nicht! Sind zum Ganzen sie vereint, Dir ein Märchenbild erscheint.
89.
Die erste Silb ist gut zu Fuß, Die beiden andern können fliegen. Das Ganze winkt dir seinen Gruß Fern von des Harzgebirges Zügen.
90.
Das Erste hat der Bauersmann Und auch der König hat's; Das Zweite führt dich schnell davon Nach einem andern Platz, Das Ganze ist ein häßlich Ding, Steht niemandem wohl an; Es achtet andere gering, Weil weiter es nichts kann!
91.
Wenn ein Haus wird aufgebaut, Muß, eh' man die Erste schaut, Manche Zweite groß und klein In den Bau gefüget sein. Wenn du willst das Ganze seh'n, Mußt nach Österreich du geh'n: Nimm den Bergstock in die Hand, Wandere in's Alpenland!
92.
Auf allen deinen Lebenswegen, In jedem Ort, noch so entlegen, Das Erste ist dir immer nah. Was teuer dir und wert erscheinet, In einem kurzen Wort erscheinet, Steht in der zweiten Silbe da! Und fügst du beide dann zusammen, Gibt's einen schönen deutschen Namen, Besinne dich! Du kennst ihn ja.
93.
Ihm, der mit göttlichem Erbarmen Geheilt der Menschheit tiefste Wunden, Ihm hat man von den scharfen Ersten Die Letzten um das Haupt gewunden.
94.
Ich sitze gemütlich am Felsenrand Und sehe die Erste glänzen. Wie rings die Wellen den Ufersand Mit der schneeigen Zweiten umkränzen! Wie glänzt mein Kopf, aus dem Ganzen gemacht, Er ist gar lieb mir und teuer! In seinem Innern hab' ich entfacht Ein heimliches glimmendes Feuer.
95.
Nimmt man die Erste dir, gleich mußt du sterben. Durch eine gute Zwei kannst Weisheit du erwerben. Das Ganze kann der Kaufmann nicht entbehren; Es steht in der Geschäftswelt hoch in Ehren.
96.
Das Erste trocknest am Ganzen du, Vom Zweiten schneidet das Ganze man zu.