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500 Rätsel und Rätselscherze für jung und alt · Joseph Frick

I. Worträtsel:

Das ganze Wort wird umschrieben dargestellt.

1.

Rate Kind: wer bin ich wohl? Vorne bin ich breit und hohl, Hinten bin ich lang und schmal. Fütt're dich beim Mittagsmahl.

2.

Es ist gemacht aus Holz und Glas, Das Licht scheint durch. Was ist denn das?

3.

Erst weiß wie Schnee, Ich weiß noch mehr; Dann grün wie Gras, Ich weiß noch was; Dann rot wie Blut, Ist's noch nicht gut. Schwarz wie Pech, Jetzt ist es recht.

4.

Wer mich beißt, den beiß ich wieder, Netz ihm gleich die Augenlider.

5.

Kind, sag' mir doch den Vogel an, Der seinen Namen rufen kann?

6.

Ich rede ohne Zunge, Ich schreie ohne Lunge, Ich habe auch kein Herz, Und nehm' doch teil an Freud und Schmerz.

7.

Ein Mädchenname hat der Zeichen vier, Und vor- und rückwärts lest dasselbe ihr.

8.

Ist es der Apfel, die Birne, so mag sie keiner genießen, Ist es der Schüler, so wird ihn die leichteste Arbeit verdrießen.

9.

Selbst der niedrigste Knecht kann durch Gunst der Fortuna es werden. Es besitzen jedoch, können Monarchen allein.

10.

Zwei Löcher hab' ich, Zwei Finger brauch' ich, So mach' ich Langes und Breites klein Und trenne, was nicht beisammen soll sein.

11.

Bei Vater, Mutter, Großpapa Bin ich zu allen Zeiten; Doch Onkel, Tante, Stiefmama, Die kann ich gar nicht leiden; -- Ein jedes Rätsel fang ich an, Und jeden guten Rat; Ja leider bin ich stets beim Wort Und niemals bei der Tat.

12.

Vier Spieler spielen die ganze Nacht; Sie haben mit Eifer ihr Spiel gemacht, Und keiner verlor und jeder gewann, Wer waren die Spieler? o, sage es an!

13.

Ich sage dir nicht, was ich dir sage, Sondern was ich dir sage, sage ich dir, damit du Mir sagst, was ich dir nicht sage.

14.

Die Sätze, welche ledern sind, Es kennt sie sicher jedes Kind.

15.

Eins, sind wir zwei; doch wenn wir uns zusammenfügen, Entzwei'n wir alles, was wir kriegen.

16.

Obschon mich alle strahlend kennen, So bin ich doch ein Diener nur; Ich lasse mich verschieden nennen, So wie ich steh' auf Himmelsflur; Ob ich voran der Herrin gehe, Ob ihr ich oft im Rücken stehe.

17.

Bald bin ich groß, bald bin ich klein; -- Du findest mich in jedem Hain; Im Tal und Wasser bin ich auch, Sogar in jedem Qualm und Rauch; Im Schlaf komm ich dir zu Gesicht.... Weißt du des Rätsels Lösung nicht?

18.

Ich war vor kurzem nicht vorhanden, Und jetzt, du weißt nicht, wie's geschah, Bin ganz im Dunkel ich entstanden Und bin als schönes Kunstwerk da. Der Künstler mußte mich behandeln, Der Sonne Licht in Schwarz verwandeln, Und glänzend Silber mußte schwinden, Damit dich kannst getroffen finden.

19.

Wer es macht, der sagt es nicht; Wer es nimmt, der kennt es nicht; Wer es kennt, der nimmt es nicht.

20.

So fang den widrigen Gesellen, bevor er mehr dich plagt; Ich kann nicht, denn er tat gar schnell, was uns sein Name sagt.

21.

Wenn du ihn hast erhalten, So bleib ihm treu und hold. Des ew'gen Bundes Zeichen Ist er und glänzt im Gold. Doch wenn ein einzig Zeichen Du aus ihm läßt ganz fort; Daß Weh dein Herz betroffen, Verkündet dann das Wort.

22.

Der Blinde sah den Hasen laufen, Der Lahme sprang ihm hurtig nach, Der Nackte steckt ihn in die Tasche: Was ist das für ein Ungemach?

23.

Es wird zur schweren Last Und hat doch kein Gewicht. Es ruht auf mancher Flur; Und dennoch sieht man's nicht; Nicht selten wird's gelöscht Und brennt zuvor doch nicht!

24.

Zu manchem bist du wohl getreten Und hast in Höflichkeit gebeten, Daß er es möchte doch dir geben. Trotzdem wird es dich nicht beglücken, Gibt jemand es aus freien Stücken.

25.

In jedem Herzen, das da schlägt, In jeder Brust, die sich bewegt, In jedem Schmerz, der dich bedrückt, In jeder Freud, die dich entzückt, Doch nie in Leid und Seelenpein, Wirst du mir schon begegnet sein.

26.

Nennst du mich »der«, bring ich Triumph Und schlag des Gegners Waffe stumpf. Nennst du mich »die«, führ' ich mich ein Als die Vasallin unseres Rhein.

27.

Unter allen Schlangen ist eine Auf Erden nicht gezeugt, Mit der an Schnelle keine, An Wut sich keine vergleicht.

Sie stürzt mit furchtbarer Stimme Auf ihren Raub sich los, Vertilgt in einem Grimme Den Reiter und sein Roß.

Sie liebt die höchsten Spitzen; Nicht Schloß, nicht Riegel kann Vor ihrem Anfall schützen; Der Harnisch -- lockt sie an.

Sie bricht wie dünne Halmen, Den stärksten Baum entzwei; Sie kann das Erz zermalmen, Wie dicht und fest es sei.

Und dieses Ungeheuer Hat zweimal nie gedroht. -- Es stirbt im eignen Feuer; Wie's tötet, ist es tot!

(Schiller.)

28.

Wenn du den gord'schen Knoten löst, Den ich dir bildlich dargestellt, Dann hör ich auf, dir das zu gelten, Für was mich jetzt dein Sinn noch hält.

29.

Wer es besitzt, hat Grund sich zu beklagen, Und wem es fehlt, der ist gesund. Wer es verschweigt, vermag uns viel zu sagen, Und wer es sagt, der hält stets reinen Mund. Der Geizige vermag es fortzuschenken; Der üppige Verschwender knappt sich's ab. Wer niemals denkt, wird immer daran denken, Und jeder nimmt es mit sich in das Grab.

30.

Geheimnisvoll ein Hauch nur, fast ein Nichts, Gespenstisch oft, ist es ein Feind des Lichts. Wo Blümlein welken auf der öden Flur, In Trauer hüllt's die sterbende Natur; Die Müden all zu süßer Rast und Ruh In stillen Stunden deckt es friedlich zu. Es schmückt die Maid, wenn Lieb und Glück ihr winkt, Umhüllet sie, wenn Lieb und Glück versinkt, Wenn ihr die Letzte, die ihr Hort und Halt, Entrissen durch des Todes Allgewalt. Es deckt im Sarge sie, wie einst die Wiege, Bis die Posaune schallt zum großen Siege.

31.

Von Perlen baut sich eine Brücke Hoch über einen grauen See; Sie baut sich auf im Augenblicke, Und schwindelnd steigt sie in die Höh.

Der höchsten Schiffe höchste Masten Ziehn unter ihrem Bogen hin, Sie selber trug noch keine Lasten Und scheint, wie du ihr nahst, zu fliehn.

Sie wird erst mit dem Strom und schwindet, So wie des Wassers Flut versiegt. So sprich, wo sich die Brücke findet, Und wer sie künstlich hat gefügt?

(Schiller.)

32.

Auf einer großen Weide gehen Viel tausend Schafe silberweiß; Wie wir sie heute wandeln sehen, Sah sie der allerältste Greis.

Sie altern nie und trinken Leben Aus einem unerschöpften Born, Ein Hirt ist ihnen zugegeben Mit schön gebognem Silberhorn.

Er treibt sie aus zu goldnen Toren, Er überzählt sie jede Nacht, Und hat der Lämmer keins verloren, So oft er auch den Weg vollbracht.

Ein treuer Hund hilft sie ihm leiten, Ein muntrer Widder geht voran. Die Herde, kannst du sie mir deuten? Und auch den Hirten zeig mir an!

(Schiller.)

II. Charaden:

(Silbenrätsel.)

Zuerst sollen die einzelnen Silben, dann das Ganze eines mehrsilbigen Wortes erraten werden.

33.

Das Erste rauscht, vom Wind bewegt, Wenn's Zweite sich im Sumpfe regt; Das Ganze schreit und ist nicht still, Wenn sich das Wetter ändern will.

34.

Das Erste find'st du überall Auf Erden ausgestreut; Es ziert den Garten und das Feld, Es schmückt manch buntes Kleid. Das Zweite trägt des Herrschers Haupt, -- Wo auch sein Reich mag sein, Das Ganze jedes Blümelein Und sei es noch so klein.

35.

Mein Erstes ist nicht schmutzig; Mein Zweites ist nicht rund; Mein Ganzes ist ein schlaues Tier, Weit schlauer als der Hund.

36.

Das Erste liegt im Schweizerland; Die Zweite ist dem Fels verwandt; -- Das Ganze gibt der Meeresstrand Und wird, verschönt durch Menschenhand, Als Schmuck in alle Welt versandt.

37.

Die Erste ist ein Schmerzenslaut, Die Zweite man am Himmel schaut; Das Ganze aus dem Meeresgrunde, Behagt des Reichen leck'rem Munde.

38.

Der ersten beiden Klang gar viel bedeutet; -- Die letzten Zwei die Köchin dir bereitet; -- Das Ganze etwas dir besagt, Aus dem man die zwei Ersten macht.

39.

Die ersten Beiden werden in die letzten Beiden gebracht; Und letzte Beide vom Ganzen für erste Beide gemacht.

40.

Mein Erstes ist voll Licht; mein Zweites ist voll Lieder; Mein Ganzes ziert, bewacht, verteidigt, stößt auch nieder.

41.

Die Erste enthält die Mittel zum Beißen; Die Andere die Sachen zum Beißen; Das Ganze hindert am Beißen.

42.

Das Erste ist nicht dein; Das Zweite ist kein Scherz; Halt dich vom Ganzen rein, Denn es schreit himmelwärts!

43.

Mein Erstes ist ein kostbares Getränke, Mein Zweites wächst am sonnigen Gelände; Mein Erstes macht man aus der Zweiten, Das Ganze kannst im Herbst am Stock du schneiden.

44.

Die ersten zwei Silben sind eine heilige Zahl; Mit letzten zwei kriegst du wohl Geld überall; Schaust du dich nach dem Ganzen um, So findest du ein Großfürstentum.

45.

Ohne meine ersten zwei Sähest du dich nie; Auf die grünen letzten zwei Treibt man oft das Vieh. Droben auf des Berges Grad Man das Ganze sicher hat.

46.

Auf Englands Boden wohnt die Erste; Die Zweite ist dem Helden eigen; Im Ganzen wird im wahren Sinne Der Mensch sich nimmer freundlich zeigen.