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Paradelied der Lagertiere

Das Dschungelbuch · Rudyard Kipling · übersetzt von Claude Opus

DIE ELEFANTEN DER GESCHÜTZGESPANNE

Wir liehen Alexander die Kraft des Herkules, die Weisheit unsrer Stirnen, die List in unsrem Knie; wir beugten unsre Nacken dem Dienst: sie wurden nie mehr frei – macht Platz da, Platz für die zehn Fuß hohen Gespanne des Vierzigpfünderzugs!

Zwei angeschirrte Elefanten mit Mahuts ziehen ein schweres Feldgeschütz über eine staubige Straße.

DIE GESCHÜTZOCHSEN

Die Helden in ihrem Geschirr gehn jeder Kanonenkugel aus dem Weg, und was sie vom Pulver wissen, bringt sie allesamt aus der Ruh; dann rücken wir ins Gefecht und ziehen die Geschütze wieder – macht Platz da, Platz für die zwanzig Joch des Vierzigpfünderzugs!

DIE KAVALLERIEPFERDE

Beim Brandmal auf meiner Schulter, die schönste der Weisen spielen Lanzenreiter, Husaren und Dragoner mit Fleiß, und süßer als „Stall“ oder „Tränke“ klingt sie mir – der Kavalleriegalopp von „Bonnie Dundee“!

So füttert uns und reitet uns zu und striegelt und pflegt, gebt uns gute Reiter und Raum, der sich weit vor uns legt, und schickt uns in Schwadronskolonne hinaus und seht, wie das Schlachtross zu „Bonnie Dundee“ dahingeht!

Eine Kolonne von Kavalleriepferden mit Lanzenreitern galoppiert über einen staubigen Exerzierplatz.

DIE SCHRAUBGESCHÜTZ-MAULTIERE

Als ich und meine Kameraden einen Hügel hinaufgeklettert sind, verlor der Pfad sich in rollendem Geröll, doch wir gingen weiter geschwind; denn wir können uns winden und klettern, Jungs, und tauchen überall auf, o unsre Lust ist ein Berggipfel hoch, mit ein, zwei Beinen zum Verschnauf!

Viel Glück denn jedem Sergeanten, der uns den Weg selbst wählen lässt; Pech allen Treiberkerlen, die keine Last schnüren fest: denn wir können uns winden und klettern, Jungs, und tauchen überall auf, o unsre Lust ist ein Berggipfel hoch, mit ein, zwei Beinen zum Verschnauf!

Eine Reihe von Packmaultieren mit Geschützteilen steigt einen steilen, steinigen Bergpfad hinauf.

DIE TROSSKAMELE

Wir haben keine kameleigne Weise, die uns beim Trotten hilft, doch jeder Hals ist eine Posaune aus Haar (Rtt-ta-ta-ta! ist eine Posaune aus Haar!) Und dies ist unser Marschlied: Kann nicht! Tu nicht! Soll nicht! Will nicht! Gebt es weiter die Reihe entlang! Einem ist der Pack vom Rücken gerutscht, wär’s doch nur meiner gewesen! Einem ist die Last auf die Straße gekippt – ein Hoch auf Halt und Krach! Urrr! Jarrh! Grr! Arrh! Jetzt kriegt einer was ab!

ALLE TIERE ZUSAMMEN

Kinder des Lagers sind wir, dienend jeder nach seinem Rang; Kinder von Joch und Stachelstock, von Pack und Geschirr, Polster und Last. Seht unsre Linie über die Ebene, wie ein Fußstrick, wieder gekrümmt, weit sich streckend, windend, rollend, alles fortfegend in den Krieg! Während die Männer, die nebenhergehn, staubig, schweigend, schweren Blicks, nicht sagen können, warum wir oder sie Tag für Tag marschieren und leiden. Kinder des Lagers sind wir, dienend jeder nach seinem Rang; Kinder von Joch und Stachelstock, von Pack und Geschirr, Polster und Last!

Elefanten, Kamele, Maultiere, Pferde und weiße Ochsen marschieren bei Sonnenuntergang mit Soldaten über eine Ebene.