Eine kleine hungrige Maus fand eines Tages den Weg in einen Korb voller Korn. Sie musste sich gehörig zwängen, um durch die enge Öffnung zwischen den Flechtstäben des Korbes zu gelangen. Doch das Korn war verlockend, und die Maus war fest entschlossen, hineinzukommen. Als es ihr endlich gelungen war, fraß sie sich zum Bersten voll. Ja, sie wurde um die Mitte herum fast dreimal so dick, wie sie beim Hineinschlüpfen gewesen war.
Endlich war sie satt und schleppte sich zur Öffnung, um wieder hinauszukommen. Doch mehr, als den Kopf hinauszustrecken, brachte sie nicht zustande. So saß sie da, ächzte und stöhnte, teils vor Unbehagen im Bauch, teils vor Angst, nicht aus dem Korb zu entkommen.
Gerade da kam ein Wiesel vorbei. Es begriff die Lage rasch.
„Mein Freund“, sagte es, „ich weiß, was du getrieben hast. Du hast dich vollgestopft. Das hast du nun davon. Du wirst dort bleiben müssen, bis du dich wieder so fühlst wie beim Hineinschlüpfen. Gute Nacht, und geschieht dir ganz recht.“
Und das war alles an Mitgefühl, das die arme Maus bekam.
Gier führt ins Unglück.