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Frau Holle

Grimms Märchen · Jacob Grimm · translated by AI translation (unreviewed)

Es war einmal eine Witwe, die hatte zwei Töchter; die eine war schön und fleißig, die andere hässlich und faul. Die Mutter aber hatte die hässliche und faule am liebsten, weil sie ihre rechte Tochter war, und so musste die andere, die nur ihre Stieftochter war, alle Arbeit im Hause verrichten und war ganz das Aschenputtel der Familie. Ihre Stiefmutter schickte sie jeden Tag hinaus, dass sie sich an den Brunnen an der Landstraße setze und dort so lange spinne, bis ihr die Finger bluteten. Nun geschah es eines Tages, dass etwas Blut auf die Spindel fiel, und als sich das Mädchen über den Brunnen beugte, um es abzuwaschen, sprang ihr die Spindel plötzlich aus der Hand und fiel in den Brunnen hinab. Weinend lief sie heim und erzählte von ihrem Unglück, aber die Stiefmutter fuhr sie hart an, und nachdem sie sie heftig ausgescholten hatte, sagte sie lieblos: „Hast du die Spindel in den Brunnen fallen lassen, so hol sie dir auch selbst wieder heraus.“

Das Mädchen ging zum Brunnen zurück und wusste nicht, was es tun sollte, und in seiner Angst sprang es endlich der Spindel nach ins Wasser.

Sie wusste von nichts mehr, bis sie erwachte und sich auf einer schönen Wiese wiederfand, voller Sonnenschein, wo unzählige Blumen nach allen Seiten blühten.

Sie ging über die Wiese, und bald kam sie an einen Backofen, der war voller Brot, und die Brote riefen ihr zu: „Zieh uns heraus, zieh uns heraus, sonst, ach, wir verbrennen zu Kohle; wir sind schon längst durchgebacken.“ Da nahm sie die Brotschaufel und zog sie alle heraus.

Sie ging ein wenig weiter, bis sie zu einem Baum kam, der hing voll Äpfel. „Rüttle mich, rüttle mich, ich bitte dich,“ rief der Baum; „meine Äpfel sind alle miteinander reif.“ Da schüttelte sie den Baum, dass die Äpfel wie Regen auf sie herabfielen; und sie schüttelte so lange, bis kein einziger Apfel mehr daran hing. Dann legte sie die Äpfel sorgfältig auf einen Haufen zusammen und ging wieder weiter.

Als Nächstes kam sie zu einem kleinen Haus, und da sah sie eine alte Frau heraussehen, die hatte so große Zähne, dass ihr angst wurde und sie fortlaufen wollte. Aber die alte Frau rief ihr nach: „Wovor fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib bei mir; wenn du mir die Arbeit im Hause ordentlich verrichtest, so soll es dir gut gehen. Du musst aber gut achtgeben, dass du mir mein Bett recht machst und es fleißig aufschüttelst, dass die Federn fliegen; dann schneit es in der Welt, denn ich bin die Frau Holle.“ Die alte Frau sprach so freundlich, dass sich das Mädchen ein Herz fasste und einwilligte, in ihren Dienst zu treten.

Sie gab acht, alles nach dem Willen der alten Frau zu tun, und jedes Mal, wenn sie das Bett machte, schüttelte sie es mit aller Kraft auf, dass die Federn umherflogen wie Schneeflocken. Die alte Frau hielt Wort: sie sprach nie ein böses Wort zu ihr und gab ihr täglich Gebratenes und Gesottenes.

So blieb sie eine Zeitlang bei der Frau Holle, und dann wurde sie unglücklich. Anfangs wusste sie nicht, warum sie so traurig war, doch endlich ward ihr eine große Sehnsucht nach der Heimat bewusst; da erkannte sie, dass sie Heimweh hatte, obwohl es ihr bei der Frau Holle tausendmal besser ging als bei ihrer Mutter und Schwester. Nachdem sie eine Weile gewartet hatte, ging sie zur Frau Holle und sagte: „Ich habe solches Heimweh, dass ich nicht länger bei dir bleiben kann, denn so gut es mir hier auch geht, so muss ich doch wieder zu den Meinen zurück.“

Da sagte die Frau Holle: „Es gefällt mir, dass du wieder zu den Deinen zurück willst, und weil du mir so treu gedient hast, will ich dich selbst wieder hinaufbringen.“

Darauf nahm sie das Mädchen bei der Hand und führte es zu einem großen Tor. Das Tor wurde aufgetan, und als das Mädchen hindurchging, fiel ein gewaltiger Goldregen auf sie herab, und das Gold blieb an ihr hängen, so dass sie über und über damit bedeckt war.

„Das ist der Lohn für deinen Fleiß,“ sagte die Frau Holle, und während sie sprach, reichte sie ihr auch die Spindel wieder, die ihr in den Brunnen gefallen war.

Darauf wurde das Tor geschlossen, und das Mädchen fand sich wieder oben auf der Welt, nicht weit von ihrer Mutter Haus. Und als sie in den Hof trat, rief der Hahn, der auf dem Brunnen saß:

„Kikeriki, unsere goldene Jungfrau ist wieder hie.“

Dann ging sie hinein zu ihrer Mutter und Schwester, und weil sie so reich mit Gold bedeckt war, wurde sie freundlich empfangen. Sie erzählte ihnen alles, was ihr begegnet war, und als die Mutter hörte, wie sie zu dem großen Reichtum gekommen war, wollte sie ihrer hässlichen, faulen Tochter gern dasselbe Glück verschaffen. Darum ließ sie die Schwester sich an den Brunnen setzen und spinnen, und das Mädchen stach sich in den Finger und stieß die Hand in eine Dornhecke, damit sie etwas Blut auf die Spindel bringe; dann warf sie die Spindel in den Brunnen und sprang selbst hinein.

Wie ihre Schwester erwachte sie auf der schönen Wiese und ging über sie hin, bis sie zum Backofen kam. „Zieh uns heraus, zieh uns heraus, sonst, ach, wir verbrennen zu Kohle; wir sind schon längst durchgebacken,“ riefen die Brote wie zuvor. Aber das faule Mädchen antwortete: „Meinst du, ich will mir eurethalben die Hände schmutzig machen?“ und ging weiter.

Bald kam sie zu dem Apfelbaum. „Rüttle mich, rüttle mich, ich bitte dich; meine Äpfel sind alle miteinander reif,“ rief er. Aber sie antwortete nur: „Das fehlte mir gerade, es könnte mir ja einer der Äpfel auf den Kopf fallen,“ und ging vorüber.

Endlich kam sie zu dem Haus der Frau Holle, und weil sie von ihrer Schwester von den großen Zähnen gehört hatte, fürchtete sie sich nicht davor und verdingte sich ohne Zögern bei der alten Frau.

Am ersten Tag war sie sehr folgsam und fleißig und gab sich alle Mühe, es der Frau Holle recht zu machen, denn sie dachte an das Gold, das sie dafür bekommen sollte. Am nächsten Tag aber fing sie an zu trödeln, und am dritten Tag war sie noch fauler; da blieb sie morgens im Bett liegen und wollte nicht aufstehen. Und was noch schlimmer war, sie machte der alten Frau das Bett nicht ordentlich und vergaß, es aufzuschütteln, dass die Federn flogen. Da wurde die Frau Holle ihrer bald überdrüssig und sagte ihr, sie könne gehen. Das faule Mädchen war darüber froh und dachte bei sich: „Nun wird das Gold bald mein sein.“ Die Frau Holle führte sie, wie sie die Schwester geführt hatte, zu dem großen Tor; als sie aber hindurchging, wurde statt des Goldregens ein großer Kessel voll Pech über sie ausgeschüttet.

„Das ist der Lohn für deine Dienste,“ sagte die alte Frau und schloss das Tor.

So musste das faule Mädchen mit Pech bedeckt heimgehen, und der Hahn auf dem Brunnen rief, als er sie sah:

„Kikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie.“

Aber sie mochte tun, was sie wollte, das Pech ging nicht ab und blieb an ihr hängen, solange sie lebte.