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Vierte Strophe: Der letzte der Geister

Eine Weihnachtsgeschichte · Charles Dickens · translated by AI translation (unreviewed)

Das Phantom näherte sich langsam, ernst und schweigend. Als es nahe herankam, sank Scrooge auf die Knie; denn schon die Luft, durch die dieser Geist sich bewegte, schien Düsternis und Geheimnis zu verbreiten.

Es war in ein tiefschwarzes Gewand gehüllt, das seinen Kopf, sein Gesicht und seine Gestalt verbarg und nichts von ihm sichtbar ließ als eine ausgestreckte Hand. Ohne diese wäre es schwer gewesen, seine Gestalt von der Nacht zu lösen und sie von der Dunkelheit zu trennen, die sie umgab.

Er fühlte, daß es groß und stattlich war, als es neben ihn trat, und daß seine geheimnisvolle Gegenwart ihn mit feierlichem Grauen erfüllte. Mehr wußte er nicht, denn der Geist sprach nicht und bewegte sich nicht.

»Stehe ich vor dem Geist der zukünftigen Weihnacht?« sagte Scrooge.

Der Geist antwortete nicht, sondern wies mit der Hand voraus.

»Du willst mir Schatten von Dingen zeigen, die noch nicht geschehen sind, aber in der Zeit vor uns geschehen werden«, fuhr Scrooge fort. »Ist es so, Geist?«

Der obere Teil des Gewandes zog sich einen Augenblick lang in seinen Falten zusammen, als hätte der Geist den Kopf geneigt. Das war die einzige Antwort, die er erhielt.

Obwohl er inzwischen an geisterhafte Gesellschaft gewöhnt war, fürchtete Scrooge die schweigende Gestalt so sehr, daß ihm die Beine zitterten und er merkte, daß er kaum stehen konnte, als er sich anschickte, ihr zu folgen. Der Geist hielt einen Augenblick inne, als bemerke er seinen Zustand und gebe ihm Zeit, sich zu erholen.

Aber Scrooge wurde davon nur um so übler zumute. Es durchschauerte ihn mit einem unbestimmten, ungewissen Grauen zu wissen, daß hinter dem dunklen Leichentuch geisterhafte Augen gespannt auf ihn gerichtet waren, während er selbst, so sehr er die seinen auch anstrengte, nichts sehen konnte als eine gespenstische Hand und einen großen Haufen Schwarz.

»Geist der Zukunft!« rief er, »ich fürchte dich mehr als jedes Gespenst, das ich gesehen habe. Aber da ich weiß, daß es deine Absicht ist, mir Gutes zu tun, und da ich hoffe zu leben, um ein anderer Mensch zu werden, als ich war, bin ich bereit, dich zu begleiten, und tue es mit dankbarem Herzen. Willst du nicht zu mir sprechen?«

Er gab ihm keine Antwort. Die Hand wies geradeaus vor ihnen.

»Führe mich!« sagte Scrooge. »Führe mich! Die Nacht schwindet rasch, und sie ist mir kostbare Zeit, das weiß ich. Führe mich, Geist!«

Das Phantom entfernte sich, wie es auf ihn zugekommen war. Scrooge folgte im Schatten seines Kleides, der ihn, wie er meinte, emporhob und mit sich forttrug.

Sie schienen die Stadt kaum zu betreten; denn die Stadt schien vielmehr um sie herum aufzuspringen und sie aus eigenem Antrieb einzuschließen. Aber da waren sie, mitten in ihrem Herzen; an der Börse, unter den Kaufleuten, die auf und ab eilten und das Geld in ihren Taschen klimpern ließen und sich in Gruppen unterhielten und auf ihre Uhren sahen und gedankenvoll mit ihren großen goldenen Petschaften spielten; und so weiter, wie Scrooge sie oft gesehen hatte.

Der Geist blieb neben einem kleinen Knäuel von Geschäftsleuten stehen. Da Scrooge bemerkte, daß die Hand auf sie wies, trat er näher, um ihr Gespräch zu hören.

»Nein«, sagte ein großer dicker Mann mit einem ungeheuren Kinn, »ich weiß nicht viel darüber, weder so noch so. Ich weiß nur, daß er tot ist.«

»Wann ist er gestorben?« erkundigte sich ein anderer.

»Gestern nacht, glaube ich.«

»Was hat ihm denn gefehlt?« fragte ein dritter und nahm eine gewaltige Menge Schnupftabak aus einer sehr großen Dose. »Ich dachte, er würde nie sterben.«

»Gott weiß«, sagte der erste mit einem Gähnen.

»Was hat er mit seinem Geld gemacht?« fragte ein rotgesichtiger Herr mit einem herabhängenden Auswuchs an der Nasenspitze, der wackelte wie die Kehllappen eines Truthahns.

»Ich habe nichts gehört«, sagte der Mann mit dem großen Kinn und gähnte wieder. »Hat es vielleicht seiner Firma hinterlassen. Mir hat er es nicht hinterlassen. Das ist alles, was ich weiß.«

Dieser Scherz wurde mit allgemeinem Gelächter aufgenommen.

»Es dürfte ein sehr billiges Begräbnis werden«, sagte derselbe Redner; »denn bei meinem Leben, ich kenne niemanden, der hingehen würde. Wie wär's, wenn wir uns zusammentäten und uns freiwillig meldeten?«

»Ich habe nichts dagegen hinzugehen, wenn ein Mittagessen gestellt wird«, bemerkte der Herr mit dem Auswuchs an der Nase. »Aber ich muß verpflegt werden, wenn ich mitmache.«

Wieder ein Gelächter.

»Nun, ich bin doch der Uneigennützigste von euch allen«, sagte der erste Redner, »denn ich trage nie schwarze Handschuhe und esse nie zu Mittag. Aber ich erbiete mich hinzugehen, wenn sonst jemand mitkommt. Wenn ich es recht bedenke, bin ich gar nicht sicher, ob ich nicht sein allerbester Freund war; denn wir blieben immer stehen und sprachen miteinander, wenn wir uns trafen. Adieu, adieu!«

Redner und Zuhörer schlenderten davon und mischten sich unter andere Gruppen. Scrooge kannte die Männer und blickte zum Geist um eine Erklärung.

Das Phantom glitt weiter in eine Straße hinein. Sein Finger wies auf zwei Personen, die einander begegneten. Scrooge lauschte wieder in dem Gedanken, die Erklärung möge hier liegen.

Auch diese Männer kannte er genau. Es waren Geschäftsleute: sehr wohlhabend und von großer Bedeutung. Er hatte stets Wert darauf gelegt, in ihrer Achtung gut dazustehen: in geschäftlicher Hinsicht, versteht sich; streng in geschäftlicher Hinsicht.

»Wie geht es Ihnen?« sagte der eine.

»Wie geht es Ihnen?« gab der andere zurück.

»Nun!« sagte der erste. »Der alte Gottseibeiuns hat endlich das Seine bekommen, wie?«

»So höre ich«, entgegnete der zweite. »Kalt, nicht wahr?«

»Der Jahreszeit angemessen für Weihnachten. Sie laufen wohl nicht Schlittschuh?«

»Nein. Nein. Habe an anderes zu denken. Guten Morgen!«

Kein weiteres Wort. Das war ihre Begegnung, ihr Gespräch und ihr Abschied.

Scrooge neigte zunächst dazu, sich zu wundern, daß der Geist auf so offensichtlich belanglose Gespräche Wert legte; da er aber überzeugt war, sie müßten einen verborgenen Zweck haben, machte er sich daran zu überlegen, welcher es sein könnte. Man konnte kaum annehmen, daß sie mit dem Tod Jacobs, seines alten Teilhabers, zu tun hätten, denn das war Vergangenheit, und das Gebiet dieses Geistes war die Zukunft. Auch fiel ihm niemand ein, der unmittelbar mit ihm zu tun hätte und auf den er sie hätte anwenden können. Doch da er nicht daran zweifelte, daß sie, auf wen sie sich auch bezögen, eine verborgene Lehre für seine eigene Besserung enthielten, beschloß er, jedes Wort, das er hörte, und alles, was er sah, wie einen Schatz zu bewahren; und besonders den Schatten seiner selbst zu betrachten, wenn er erschiene. Denn er erwartete, das Verhalten seines künftigen Selbst werde ihm den fehlenden Schlüssel geben und die Lösung dieser Rätsel leichtmachen.

Er blickte an eben diesem Ort nach seinem eigenen Bild aus; aber ein anderer Mann stand in seiner gewohnten Ecke, und obwohl die Uhr auf seine gewohnte Zeit wies, sah er unter der Menge, die durch die Halle strömte, kein Ebenbild seiner selbst. Das überraschte ihn jedoch wenig; denn er hatte in Gedanken eine Änderung seines Lebens gewälzt und meinte und hoffte, hierin seine neugeborenen Vorsätze verwirklicht zu sehen.

Still und dunkel stand das Phantom neben ihm, mit seiner ausgestreckten Hand. Als er sich aus seinem grüblerischen Suchen aufraffte, glaubte er nach der Wendung der Hand und ihrer Stellung zu ihm, die ungesehenen Augen blickten ihn scharf an. Es ließ ihn schaudern und sehr frieren.

Sie verließen die belebte Szene und gingen in einen entlegenen Teil der Stadt, in den Scrooge nie zuvor eingedrungen war, obwohl er seine Lage und seinen schlechten Ruf kannte. Die Wege waren schmutzig und eng; die Läden und Häuser elend; die Menschen halbnackt, betrunken, schlampig, häßlich. Gassen und Torbögen spien wie ebenso viele Senkgruben ihre Vergehen an Gestank, Schmutz und Leben auf die verstreuten Straßen; und das ganze Viertel stank nach Verbrechen, nach Unrat und Elend.

Tief in dieser Höhle berüchtigter Zuflucht lag unter einem Pultdach ein niedrig gestirnter, vorspringender Laden, wo Eisen, alte Lumpen, Flaschen, Knochen und fettige Abfälle aufgekauft wurden. Auf dem Boden drinnen waren Haufen rostiger Schlüssel, Nägel, Ketten, Angeln, Feilen, Waagen, Gewichte und Alteisen aller Art aufgetürmt. Geheimnisse, die wenige gern untersucht hätten, wurden in Bergen unziemlicher Lumpen, Massen verdorbenen Fettes und Grüften von Knochen ausgebrütet und verborgen. Inmitten der Waren, mit denen er handelte, saß neben einem aus alten Ziegeln gebauten Kohlenofen ein grauhaariger Schurke von fast siebzig Jahren; er hatte sich gegen die kalte Luft draußen durch einen muffigen Vorhang aus allerlei Fetzen geschützt, der an einer Leine hing, und rauchte seine Pfeife in aller Behaglichkeit ruhiger Zurückgezogenheit.

Scrooge und das Phantom traten gerade in dem Augenblick vor diesen Mann, als eine Frau mit einem schweren Bündel in den Laden schlich. Doch kaum war sie eingetreten, kam eine andere Frau, ähnlich beladen, ebenfalls herein; und ihr folgte dicht ein Mann in verschossenem Schwarz, der beim Anblick der beiden nicht weniger erschrak, als sie es beim Erkennen einander gewesen waren. Nach kurzem sprachlosem Erstaunen, in das der alte Mann mit der Pfeife eingestimmt hatte, brachen alle drei in Gelächter aus.

»Auf die Putzfrau ist Verlaß, daß sie die erste ist!« rief die, die zuerst hereingekommen war. »Auf die Wäscherin ist Verlaß, daß sie die zweite ist; und auf den Mann des Leichenbestatters, daß er der dritte ist. Sieh mal einer an, alter Joe, was für ein Zufall! Da treffen wir uns alle drei hier, ohne es zu wollen!«

»An einem besseren Ort hättet ihr euch nicht treffen können«, sagte der alte Joe und nahm die Pfeife aus dem Mund. »Kommt ins Wohnzimmer. Du hast dort längst freien Zutritt, das weißt du; und die beiden anderen sind auch keine Fremden. Wartet, bis ich die Ladentür schließe. Ah! Wie sie quietscht! Ich glaube, es gibt hier kein so rostiges Stück Metall wie ihre eigenen Angeln; und ich bin sicher, es gibt hier keine so alten Knochen wie die meinen. Ha, ha! Wir passen alle zu unserem Gewerbe, wir sind gut zusammengestellt. Kommt ins Wohnzimmer. Kommt ins Wohnzimmer.«

Das Wohnzimmer war der Raum hinter dem Lumpenvorhang. Der alte Mann schürte das Feuer mit einer alten Treppenstange zusammen und steckte, nachdem er seine rauchende Lampe mit dem Pfeifenstiel geputzt hatte (denn es war Nacht), die Pfeife wieder in den Mund.

Während er dies tat, warf die Frau, die schon gesprochen hatte, ihr Bündel auf den Boden und setzte sich mit herausforderndem Gebaren auf einen Schemel; sie stützte die Ellbogen auf die Knie und blickte die beiden anderen mit dreistem Trotz an.

»Was macht das schon! Was macht das schon, Frau Dilber?« sagte die Frau. »Jeder hat das Recht, für sich selbst zu sorgen. Er hat es immer getan.«

»Das ist wahr, wahrhaftig!« sagte die Wäscherin. »Kein Mensch mehr als er.«

»Nun, dann steh nicht da und starre, als hättest du Angst, Frau; wer weiß es denn? Wir werden uns doch wohl nicht gegenseitig Löcher in die Röcke suchen?«

»Nein, wahrhaftig nicht!« sagten Frau Dilber und der Mann zugleich. »Das wollen wir hoffen.«

»Also gut!« rief die Frau. »Das genügt. Wem schadet es, wenn ein paar solche Sachen fehlen? Einem Toten wohl nicht.«

»Nein, wahrhaftig nicht«, sagte Frau Dilber lachend.

»Wenn er sie nach seinem Tod hätte behalten wollen, der böse alte Geizhals«, fuhr die Frau fort, »warum war er dann zu Lebzeiten nicht natürlich? Wäre er es gewesen, so hätte er jemanden gehabt, der ihn pflegte, als der Tod ihn traf, statt dort allein für sich seinen letzten Atem hervorzukeuchen.«

»Das ist das wahrste Wort, das je gesprochen wurde«, sagte Frau Dilber. »Es ist ein Gottesgericht über ihn.«

»Ich wollte, es wäre ein etwas schwereres Gericht«, erwiderte die Frau; »und das wäre es auch gewesen, darauf könnt ihr euch verlassen, wenn ich noch etwas anderes hätte in die Finger bekommen können. Mach das Bündel auf, alter Joe, und sag mir, was es wert ist. Sprich offen. Ich habe keine Angst, die erste zu sein, und keine Angst, es die anderen sehen zu lassen. Wir wissen recht gut, daß wir uns selbst bedient haben, ehe wir uns hier trafen, glaube ich. Das ist keine Sünde. Mach das Bündel auf, Joe.«

Aber die Ritterlichkeit ihrer Freunde ließ das nicht zu; und der Mann in verschossenem Schwarz, der als erster in die Bresche sprang, holte seine Beute hervor. Sie war nicht umfangreich. Ein oder zwei Petschafte, ein Bleistiftetui, ein Paar Manschettenknöpfe und eine Brosche von geringem Wert, das war alles. Sie wurden einzeln vom alten Joe geprüft und geschätzt, der die Summen, die er für jedes zu geben gedachte, mit Kreide an die Wand schrieb und sie zu einer Gesamtsumme addierte, als er sah, daß nichts mehr kam.

»Das ist deine Rechnung«, sagte Joe, »und ich gäbe keinen Sixpence mehr, und wenn man mich dafür kochen wollte. Wer ist der nächste?«

Frau Dilber war die nächste. Bettlaken und Handtücher, ein wenig Kleidung, zwei altmodische silberne Teelöffel, eine Zuckerzange und ein paar Stiefel. Ihre Rechnung wurde auf dieselbe Weise an die Wand geschrieben.

»Ich gebe Damen immer zuviel. Das ist eine Schwäche von mir, und so richte ich mich zugrunde«, sagte der alte Joe. »Das ist deine Rechnung. Wenn du mich um noch einen Penny bätest und daraus eine Verhandlung machtest, würde ich es bereuen, so freigebig gewesen zu sein, und eine halbe Krone abziehen.«

»Und nun mach mein Bündel auf, Joe«, sagte die erste Frau.

Joe ging auf die Knie, um es bequemer zu öffnen, und zog, nachdem er sehr viele Knoten gelöst hatte, eine große und schwere Rolle irgendeines dunklen Stoffes hervor.

»Wie nennst du das?« sagte Joe. »Bettvorhänge!«

»Ah!« entgegnete die Frau lachend und beugte sich auf ihren verschränkten Armen vor. »Bettvorhänge!«

»Du willst doch nicht sagen, daß du sie mitsamt den Ringen abgenommen hast, während er dort lag?« sagte Joe.

»Doch, das sage ich«, erwiderte die Frau. »Warum nicht?«

»Du bist geboren, um dein Glück zu machen«, sagte Joe, »und du wirst es gewiß machen.«

»Ich werde bestimmt nicht die Hand zurückhalten, wenn ich durch Ausstrecken etwas hineinbekommen kann, und schon gar nicht um eines Mannes willen, wie er einer war, das verspreche ich dir, Joe«, entgegnete die Frau kaltblütig. »Laß jetzt bloß kein Öl auf die Decken tropfen.«

»Seine Decken?« fragte Joe.

»Wessen sonst, meinst du?« erwiderte die Frau. »Er wird sich ohne sie wohl kaum erkälten, möchte ich meinen.«

»Ich hoffe, er ist nicht an etwas Ansteckendem gestorben? Wie?« sagte der alte Joe, hielt in seiner Arbeit inne und blickte auf.

»Davor brauchst du keine Angst zu haben«, entgegnete die Frau. »Ich bin nicht so versessen auf seine Gesellschaft, daß ich um solcher Sachen willen bei ihm herumgelungert hätte, wenn es so gewesen wäre. Ah! Du kannst dieses Hemd durchsehen, bis dir die Augen weh tun; du wirst kein Loch darin finden und keine fadenscheinige Stelle. Es ist das beste, das er hatte, und ein feines dazu. Sie hätten es verschwendet, wäre ich nicht gewesen.«

»Was nennst du verschwenden?« fragte der alte Joe.

»Es ihm anzuziehen, um ihn darin zu begraben, natürlich«, erwiderte die Frau lachend. »Irgendwer war Narr genug, es zu tun, aber ich habe es wieder ausgezogen. Wenn Kattun für einen solchen Zweck nicht gut genug ist, dann ist er für gar nichts gut genug. Er steht dem Körper ganz genauso gut. Häßlicher als in jenem kann er nicht aussehen.«

Scrooge hörte diesem Gespräch mit Entsetzen zu. Wie sie um ihre Beute geschart im kargen Licht der Lampe des alten Mannes saßen, betrachtete er sie mit einem Abscheu und Ekel, der kaum größer hätte sein können, wären es scheußliche Dämonen gewesen, die den Leichnam selbst verschacherten.

»Ha, ha!« lachte dieselbe Frau, als der alte Joe einen Flanellbeutel mit Geld hervorholte und jedem seinen Anteil auf dem Boden zuzählte. »Das ist das Ende davon, seht ihr! Er verscheuchte zu Lebzeiten jeden von sich, um uns nach seinem Tod Gewinn zu bringen! Ha, ha, ha!«

»Geist!« sagte Scrooge und schauderte von Kopf bis Fuß. »Ich sehe es, ich sehe es. Der Fall dieses unglücklichen Mannes könnte mein eigener sein. Mein Leben neigt jetzt dorthin. Barmherziger Himmel, was ist das!«

Er prallte entsetzt zurück, denn die Szene hatte sich verändert, und nun berührte er beinahe ein Bett: ein kahles, vorhangloses Bett; auf dem unter einem zerlumpten Laken etwas Verhülltes lag, das, obwohl stumm, sich in schrecklicher Sprache ankündigte.

Das Zimmer war sehr dunkel, zu dunkel, um es genau zu betrachten, obwohl Scrooge einem geheimen Antrieb gehorchend umherblickte, begierig zu wissen, was für ein Zimmer es sei. Ein blasses Licht, das in der Luft draußen aufstieg, fiel gerade auf das Bett; und darauf lag, geplündert und beraubt, unbewacht, unbeweint, ungepflegt, der Leichnam dieses Mannes.

Scrooge blickte zum Phantom hin. Seine ruhige Hand wies auf den Kopf. Die Decke war so achtlos zurechtgelegt, daß das geringste Heben, die Bewegung eines Fingers von Scrooges Seite, das Gesicht enthüllt hätte. Er dachte daran, fühlte, wie leicht es wäre, und sehnte sich danach, es zu tun; aber er hatte ebensowenig die Kraft, den Schleier zurückzuziehen, wie das Gespenst an seiner Seite fortzuschicken.

O kalter, kalter, starrer, schrecklicher Tod, errichte hier deinen Altar und schmücke ihn mit allen Schrecken, die dir zu Gebote stehen: denn dies ist dein Reich! Aber von dem geliebten, verehrten und geehrten Haupt kannst du kein Haar für deine furchtbaren Zwecke wenden, noch einen einzigen Zug verhaßt machen. Es ist nicht, daß die Hand schwer ist und herabfällt, wenn man sie losläßt; es ist nicht, daß Herz und Puls stillstehen; sondern daß die Hand offen, großmütig und treu WAR; das Herz tapfer, warm und zärtlich; und der Puls der eines Menschen. Schlage zu, Schatten, schlage zu! Und sieh, wie seine guten Taten aus der Wunde springen, um die Welt mit unsterblichem Leben zu besäen!

Keine Stimme sprach diese Worte in Scrooges Ohren, und doch hörte er sie, als er auf das Bett blickte. Er dachte: Wenn dieser Mann jetzt erweckt werden könnte, was wären seine ersten Gedanken? Habgier, harter Handel, klammernde Sorgen? Die haben ihn wahrhaftig zu einem reichen Ende gebracht!

Er lag in dem dunklen, leeren Haus, und kein Mann, keine Frau, kein Kind war da zu sagen: In dem oder jenem war er gut zu mir, und um der Erinnerung an ein freundliches Wort willen will ich gut zu ihm sein. Eine Katze kratzte an der Tür, und unter dem Herdstein war ein Geräusch nagender Ratten. Was sie im Zimmer des Todes wollten und warum sie so ruhelos und aufgeregt waren, wagte Scrooge nicht zu denken.

»Geist!« sagte er, »dies ist ein furchtbarer Ort. Wenn ich ihn verlasse, werde ich seine Lehre nicht zurücklassen, glaube mir. Laß uns gehen!«

Noch immer wies der Geist mit unbewegtem Finger auf den Kopf.

»Ich verstehe dich«, entgegnete Scrooge, »und ich täte es, wenn ich könnte. Aber ich habe nicht die Kraft, Geist. Ich habe nicht die Kraft.«

Wieder schien es ihn anzublicken.

»Wenn es irgendeinen Menschen in der Stadt gibt, der beim Tod dieses Mannes eine Regung empfindet«, sagte Scrooge ganz gequält, »so zeig mir diesen Menschen, Geist, ich beschwöre dich!«

Das Phantom breitete einen Augenblick lang sein dunkles Gewand wie einen Flügel vor ihm aus; und als es ihn zurückzog, gab es ein Zimmer im Tageslicht frei, in dem eine Mutter und ihre Kinder waren.

Sie erwartete jemanden, und zwar mit ängstlicher Ungeduld; denn sie ging im Zimmer auf und ab; schrak bei jedem Laut zusammen; blickte aus dem Fenster; sah nach der Uhr; versuchte vergeblich, mit der Nadel zu arbeiten; und konnte kaum die Stimmen der spielenden Kinder ertragen.

Endlich hörte man das lang erwartete Klopfen. Sie eilte zur Tür und begegnete ihrem Mann; einem Mann, dessen Gesicht sorgenvoll und niedergedrückt war, obwohl er jung war. Jetzt lag ein bemerkenswerter Ausdruck darin; eine Art ernsthafter Freude, deren er sich schämte und die er zu unterdrücken suchte.

Er setzte sich zu dem Essen, das für ihn am Feuer warmgehalten worden war; und als sie ihn leise fragte, was es Neues gebe (und das erst nach langem Schweigen), schien er verlegen, wie er antworten solle.

»Ist es gut«, sagte sie, »oder schlecht?« — um ihm zu helfen.

»Schlecht«, antwortete er.

»Wir sind ganz ruiniert?«

»Nein. Es gibt noch Hoffnung, Caroline.«

»Wenn er sich erweichen läßt«, sagte sie erstaunt, »dann gibt es sie! Nichts ist hoffnungslos, wenn ein solches Wunder geschehen ist.«

»Er kann sich nicht mehr erweichen lassen«, sagte ihr Mann. »Er ist tot.«

Sie war ein sanftes und geduldiges Geschöpf, wenn ihr Gesicht die Wahrheit sprach; aber in ihrer Seele war sie dankbar, es zu hören, und sie sagte es mit gefalteten Händen. Im nächsten Augenblick bat sie um Vergebung und war betrübt; aber das erste war die Regung ihres Herzens.

»Was mir die halb betrunkene Frau, von der ich dir gestern abend erzählte, sagte, als ich ihn zu sprechen und eine Woche Aufschub zu erlangen suchte; und was ich für eine bloße Ausrede hielt, um mir auszuweichen: das war ganz und gar wahr. Er war damals nicht nur sehr krank, sondern lag im Sterben.«

»Auf wen wird unsere Schuld übertragen werden?«

»Ich weiß es nicht. Aber bis dahin werden wir das Geld bereithaben; und selbst wenn nicht, wäre es wahrhaftig ein böses Geschick, in seinem Nachfolger einen ebenso unbarmherzigen Gläubiger zu finden. Wir dürfen heute nacht mit leichtem Herzen schlafen, Caroline!«

Ja. Wie sehr sie es auch mildern wollten, ihre Herzen waren leichter. Die Gesichter der Kinder, die still herumstanden, um zu hören, was sie so wenig verstanden, waren heller; und es war ein glücklicheres Haus durch den Tod dieses Mannes! Die einzige Regung, die der Geist ihm zeigen konnte und die durch das Ereignis hervorgerufen wurde, war eine der Freude.

»Laß mich etwas Zärtlichkeit sehen, die mit einem Tod verbunden ist«, sagte Scrooge; »sonst wird mir jene dunkle Kammer, die wir eben verlassen haben, für immer gegenwärtig bleiben.«

Der Geist führte ihn durch mehrere seinen Füßen vertraute Straßen; und während sie gingen, blickte Scrooge hierhin und dorthin, um sich selbst zu finden, aber nirgends war er zu sehen. Sie traten in das Haus des armen Bob Cratchit; die Wohnung, die er zuvor besucht hatte; und fanden die Mutter und die Kinder um das Feuer sitzend.

Still. Sehr still. Die lärmenden kleinen Cratchits saßen still wie Statuen in einer Ecke und blickten zu Peter auf, der ein Buch vor sich hatte. Die Mutter und ihre Töchter waren mit Nähen beschäftigt. Aber gewiß waren sie sehr still!

»›Und er nahm ein Kind und stellte es mitten unter sie.‹«

Wo hatte Scrooge diese Worte gehört? Er hatte sie nicht geträumt. Der Junge mußte sie vorgelesen haben, als er und der Geist die Schwelle überschritten. Warum las er nicht weiter?

Die Mutter legte ihre Arbeit auf den Tisch und hob die Hand ans Gesicht.

»Die Farbe tut meinen Augen weh«, sagte sie.

Die Farbe? Ach, armer Tiny Tim!

»Jetzt geht es ihnen wieder besser«, sagte Cratchits Frau. »Das Kerzenlicht macht sie schwach; und ich möchte euerm Vater um alles in der Welt keine schwachen Augen zeigen, wenn er nach Hause kommt. Es muß bald seine Zeit sein.«

»Eher schon vorüber«, antwortete Peter und schlug sein Buch zu. »Aber ich glaube, er ist die letzten paar Abende ein wenig langsamer gegangen als sonst, Mutter.«

Sie waren wieder sehr still. Endlich sagte sie, und zwar mit fester, heiterer Stimme, die nur einmal stockte:

»Ich habe ihn gehen sehen mit — ich habe ihn mit Tiny Tim auf der Schulter gehen sehen, und zwar sehr schnell.«

»Ich auch«, rief Peter. »Oft.«

»Ich auch«, rief ein anderer. So auch alle.

»Aber er war sehr leicht zu tragen«, fuhr sie fort, über ihre Arbeit gebeugt, »und sein Vater liebte ihn so, daß es keine Mühe war: keine Mühe. Und da ist euer Vater an der Tür!«

Sie eilte hinaus, ihm entgegen; und der kleine Bob in seinem Halstuch — er hatte es nötig, der arme Kerl — kam herein. Sein Tee stand für ihn auf dem Herdrand bereit, und alle wetteiferten darum, wer ihm am meisten dabei helfen dürfe. Dann kletterten die beiden jungen Cratchits auf seine Knie und legten, jedes Kind ein kleines Bäckchen, ihre Wangen an sein Gesicht, als wollten sie sagen: »Mach dir nichts daraus, Vater. Sei nicht traurig!«

Bob war sehr heiter mit ihnen und sprach freundlich mit der ganzen Familie. Er sah die Arbeit auf dem Tisch an und lobte den Fleiß und die Schnelligkeit von Frau Cratchit und den Mädchen. Sie würden lange vor Sonntag fertig sein, sagte er.

»Sonntag! Du warst also heute dort, Robert?« sagte seine Frau.

»Ja, meine Liebe«, entgegnete Bob. »Ich wollte, du hättest mitgehen können. Es hätte dir gutgetan zu sehen, wie grün der Ort ist. Aber du wirst ihn oft sehen. Ich habe ihm versprochen, daß ich sonntags dorthin gehen würde. Mein kleines, kleines Kind!« rief Bob. »Mein kleines Kind!«

Er brach plötzlich zusammen. Er konnte nicht anders. Hätte er anders gekonnt, so wären er und sein Kind einander vielleicht ferner gewesen, als sie es waren.

Er verließ das Zimmer und stieg hinauf in die Kammer darüber, die heiter erleuchtet und weihnachtlich geschmückt war. Dicht neben dem Kind stand ein Stuhl, und es gab Anzeichen dafür, daß kürzlich jemand dagewesen war. Der arme Bob setzte sich darauf, und als er ein wenig nachgedacht und sich gefaßt hatte, küßte er das kleine Gesicht. Er söhnte sich mit dem Geschehenen aus und ging ganz zufrieden wieder hinunter.

Sie rückten ums Feuer und plauderten; die Mädchen und die Mutter arbeiteten weiter. Bob erzählte ihnen von der außerordentlichen Freundlichkeit von Herrn Scrooges Neffen, den er kaum mehr als einmal gesehen hatte und der ihn an jenem Tag auf der Straße traf und, da er sah, daß er ein wenig — »nur ein wenig niedergeschlagen aussah, wißt ihr«, sagte Bob —, fragte, was ihn denn bekümmere. »Worauf«, sagte Bob, »ich es ihm erzählte, denn er ist der freundlichst redende Herr, den ihr je gehört habt. ›Das tut mir von Herzen leid, Herr Cratchit‹, sagte er, ›und von Herzen leid für Ihre gute Frau.‹ Übrigens, wie er das je erfahren hat, weiß ich nicht.«

»Was erfahren, mein Lieber?«

»Nun, daß du eine gute Frau bist«, erwiderte Bob.

»Das weiß doch jeder!« sagte Peter.

»Sehr gut bemerkt, mein Junge!« rief Bob. »Ich hoffe, sie wissen es. ›Von Herzen leid‹, sagte er, ›für Ihre gute Frau. Wenn ich Ihnen irgendwie dienen kann‹, sagte er und gab mir seine Karte, ›dort wohne ich. Bitte kommen Sie zu mir.‹ Nun war es«, rief Bob, »nicht so sehr wegen dessen, was er für uns tun könnte, als wegen seiner freundlichen Art, daß dies ganz entzückend war. Es schien wahrhaftig, als hätte er unseren Tiny Tim gekannt und fühlte mit uns.«

»Ich bin sicher, er ist eine gute Seele!« sagte Frau Cratchit.

»Du wärst dessen noch sicherer, meine Liebe«, entgegnete Bob, »wenn du ihn sähest und mit ihm sprächest. Es würde mich gar nicht wundern — merk auf, was ich sage! —, wenn er Peter eine bessere Stellung verschaffte.«

»Hör dir das nur an, Peter«, sagte Frau Cratchit.

»Und dann«, rief eines der Mädchen, »wird Peter mit jemandem gehen und sich selbständig machen.«

»Ach, geh mir weg!« gab Peter grinsend zurück.

»Das ist gut möglich«, sagte Bob, »eines Tages; obwohl dafür noch reichlich Zeit ist, mein Kind. Aber wie und wann wir auch voneinander scheiden, ich bin sicher, keiner von uns wird den armen Tiny Tim vergessen — nicht wahr? — oder diese erste Trennung, die es unter uns gab.«

»Niemals, Vater!« riefen sie alle.

»Und ich weiß«, sagte Bob, »ich weiß, meine Lieben, wenn wir uns erinnern, wie geduldig und wie sanft er war, obwohl er ein kleines, kleines Kind war, dann werden wir nicht leicht untereinander streiten und darüber den armen Tiny Tim vergessen.«

»Nein, niemals, Vater!« riefen sie alle wieder.

»Ich bin sehr glücklich«, sagte der kleine Bob, »ich bin sehr glücklich!«

Frau Cratchit küßte ihn, seine Töchter küßten ihn, die beiden jungen Cratchits küßten ihn, und Peter und er schüttelten sich die Hände. Geist des Tiny Tim, dein kindliches Wesen kam von Gott!

»Gespenst«, sagte Scrooge, »etwas sagt mir, daß der Augenblick unseres Abschieds nahe ist. Ich weiß es, aber ich weiß nicht, wie. Sag mir, wer der Mann war, den wir tot liegen sahen?«

Der Geist der zukünftigen Weihnacht führte ihn wie zuvor — wenn auch, wie er meinte, zu einer anderen Zeit; wahrhaftig, es schien in diesen späteren Bildern keine Ordnung zu geben, außer daß sie in der Zukunft lagen — in die Treffpunkte der Geschäftsleute, zeigte ihm aber nicht ihn selbst. Ja, der Geist hielt für nichts an, sondern ging geradewegs weiter, wie auf das eben gewünschte Ziel zu, bis Scrooge ihn bat, einen Augenblick zu verweilen.

»Dieser Hof«, sagte Scrooge, »durch den wir jetzt eilen, ist der Ort meiner Beschäftigung und ist es seit langer Zeit gewesen. Ich sehe das Haus. Laß mich sehen, was ich in kommenden Tagen sein werde!«

Der Geist blieb stehen; die Hand wies woandershin.

»Das Haus ist dort drüben«, rief Scrooge. »Warum weist du fort?«

Der unerbittliche Finger veränderte sich nicht.

Scrooge eilte zum Fenster seines Kontors und blickte hinein. Es war noch immer ein Kontor, aber nicht das seine. Die Möbel waren nicht dieselben, und die Gestalt auf dem Stuhl war nicht er selbst. Das Phantom wies wie zuvor.

Er schloß sich ihm wieder an und begleitete es, während er sich fragte, warum und wohin er gegangen sei, bis sie an ein eisernes Tor gelangten. Er hielt inne, um sich umzusehen, ehe er eintrat.

Ein Kirchhof. Hier also lag der elende Mann, dessen Namen er nun erfahren sollte, unter der Erde. Es war ein würdiger Ort. Von Häusern eingemauert; von Gras und Unkraut überwuchert, dem Wuchs des Todes der Pflanzen, nicht des Lebens; erstickt von zu vielen Begräbnissen; fett von gesättigtem Appetit. Ein würdiger Ort!

Der Geist stand zwischen den Gräbern und wies auf eines hinab. Zitternd trat er darauf zu. Das Phantom war genau wie zuvor, aber er fürchtete, in seiner feierlichen Gestalt eine neue Bedeutung zu sehen.

»Ehe ich jenem Stein näher trete, auf den du weist«, sagte Scrooge, »beantworte mir eine Frage. Sind dies die Schatten der Dinge, die sein WERDEN, oder sind es nur Schatten der Dinge, die sein KÖNNEN?«

Noch immer wies der Geist auf das Grab hinab, neben dem er stand.

»Die Wege der Menschen deuten gewisse Ziele voraus, zu denen sie führen müssen, wenn man auf ihnen beharrt«, sagte Scrooge. »Wenn man aber von den Wegen abweicht, ändern sich die Ziele. Sag, daß es so ist mit dem, was du mir zeigst!«

Der Geist war unbeweglich wie immer.

Scrooge kroch darauf zu, zitternd im Gehen; und dem Finger folgend, las er auf dem Stein des vernachlässigten Grabes seinen eigenen Namen: EBENEZER SCROOGE.

»Bin ich der Mann, der auf dem Bett lag?« rief er auf den Knien.

Der Finger wies vom Grab auf ihn und wieder zurück.

»Nein, Geist! O nein, nein!«

Der Finger war noch immer da.

»Geist!« rief er und klammerte sich fest an sein Gewand, »höre mich an! Ich bin nicht mehr der Mann, der ich war. Ich will nicht der Mann sein, der ich ohne diesen Verkehr hätte sein müssen. Warum zeigst du mir dies, wenn ich über alle Hoffnung hinaus bin!«

Zum erstenmal schien die Hand zu zittern.

»Gütiger Geist«, fuhr er fort, während er vor ihm zu Boden fiel: »dein Wesen tritt für mich ein und hat Mitleid mit mir. Versichere mir, daß ich diese Schatten, die du mir gezeigt hast, durch ein verändertes Leben noch ändern kann!«

Die gütige Hand zitterte.

»Ich will Weihnachten in meinem Herzen ehren und versuchen, es das ganze Jahr über zu halten. Ich will in der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft leben. Die Geister aller drei sollen in mir wirken. Ich will die Lehren nicht aussperren, die sie erteilen. Oh, sag mir, daß ich die Schrift auf diesem Stein wegwischen darf!«

In seiner Qual ergriff er die gespenstische Hand. Sie suchte sich zu befreien, aber er war stark in seinem Flehen und hielt sie fest. Der Geist, noch stärker, stieß ihn zurück.

Als er die Hände zu einem letzten Gebet erhob, sein Schicksal möge umgekehrt werden, sah er eine Veränderung an Kapuze und Kleid des Phantoms. Es schrumpfte, fiel in sich zusammen und schwand zu einem Bettpfosten zusammen.